Aachen: Blitzschach-Meisterschaft: Porz gewinnt, Aachen auf Platz 2

Aachen: Blitzschach-Meisterschaft: Porz gewinnt, Aachen auf Platz 2

Konzentrierte Stille in der Aachener Citykirche. Zwischen erhabenen Säulen, bunten Glasfenstern und Kirchenschnitzereien flitzen Hände übers Feld: Es „blitzt”. Und das hat nichts mit dem Wetter zu tun, sondern ist hier Fachjargon. Die Citykirche ist der Austragungsort der Deutschen Meisterschaft im Blitzschach 2012.

Wer denkt, Schach sei eingestaubt und langweilig, der war noch nie Zeuge einer Blitzschachpartie von fünf Minuten. Jeweils vier Spieler einer Mannschaft versuchen, ihre Gegner zu bezwingen - meist beginnt es ruhig, wurde ein Zug vollendet, drückt der Spieler auf ein Knöpfchen der immer mitlaufenden Uhr, und die Zeit für seinen Gegner beginnt. Erstes Stirnrunzeln zeigt sich, die Sekunden verstreichen, konzentriert wird sich auf die Lippe gebissen, die Haare gerauft, der Figurentanz wird schneller und schneller, bis - kurz vor Ende der Partie - kaum noch Stillstand herrscht und die Türme, Springer und Bauern fast vom Brett fliegen und schließlich der König bezwungen ist.

„Die 26 besten Teams aus Deutschland treten heute gegeneinander an”, berichtet Organisator des Turniers von der DJK Aufwärts Aachen 1920 e.V., Peter Jansen. Trotzdem ist das Publikum international: „Schachgroßmeister” aus Kroatien, England und der Ukraine sind Teil der Teams. Auch Daniel Fridman aus der Nationalmannschaft ist zugegen. Er kommt aus Lettland und spielt bereits Schach, seit er vier Jahre alt ist. „Mein Vater hat mir die ersten Züge gezeigt, mit sieben kam ich dann in die Schachschule und bin dabei geblieben.”

In der Schachschule hat Fridman das Taktieren gelernt, mindestens 50.000 Partien hat er heute hinter sich - für Kinder ist Schach eine gute Sache. „Es fördert logisches Denken, Kreativität und Konzentration”, weiß auch Jansen. Er fiebert inzwischen kräftig beim Turnier mit und beobachtet gespannt die Aachener Mannschaft. „Wir sind heute Favorit - noch vor Bayern München und Werder Bremen”, freut sich Jansen. Aachen vor, Bayern chancenlos? Davon kann man in anderen Sportsparten nur träumen. Die wirklichen „Angstgegner” der Aachener kommen allerdings eher aus der Nähe: „Gegen Porz und Mühlheim, das werden spannende Spiele”, sagt Jansen. Ganz gereicht hat es dann auch nicht: Aachen wird nur zweiter, Porz gewinnt. Aber immerhin - zumindest beim Schach: Bayern und Bremen sind besiegt.

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