Blindenverein unterstützt Kita St. Apollonia Eilendorf mit Spende

Seit einem nutzt die Eilendorfer Kita besonderes Spielzeug : Kinder mit und ohne Sehbehinderung spielen gemeinsam

Blinde und sehbehinderte Kinder haben zwar mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede im Vergleich zu Kindern ohne Sehbehinderung, aber was das Spielzeug betrifft, haben sie besondere Bedürfnisse.

Die Kindertagesstätte St. Apollonia Eilendorf hat deshalb eine Spende des Blinden- und Sehbehindertenvereins der Städteregion Aachen erhalten. „Seit einem halben Jahr nutzen wir die neuen Spiele und die Kinder sind begeistert, damit gemeinsam zu spielen. Viele werden so das erste Mal damit konfrontiert, dass ein anderes Kind nicht so gut sehen kann“, erklärt die Einrichtungsleiterin Nicole Reuter.

Der zweite Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, Bernd Neuefeind, besuchte die Einrichtung jetzt und tauschte sich mit Nicole Reuter sowie der Verbundleitung Birgit Blankenheim und Heinz Zohren, Geschäftsführer des Trägers Pro Futura, über die ersten Erfahrungen aus. Spiele für blinde und sehbehinderte Kinder müssen haptischer sein, häufig sind sie auch geräuschintensiver. Absolute Renner sind neben dem Klassiker Memory mit Tastbildern auch das „Hasenrennen“ oder „Lotti Karotti“. „Solche Spiele sind relativ teuer in der Anschaffung. Unser Verein hat das Glück, über eine Erbschaft zu verfügen, aus der etwas verteilt werden kann“, erklärte Neuefeind. So wie zum Beispiel vor ein paar Jahren an die Kinder- und Jugendabteilung der Stadtbibliothek Aachen, die so Tastbücher anschaffen konnte. „Ich bin froh, dass wir durch solche Spenden schon bei den jüngsten Mädchen und Jungen die Bedürfnisse von Sehbehinderten in der Gesellschaft deutlich machen können“, betonte Neuefeind. So könne man sich immer weiter im Prozess der Inklusion vorantasten. Unter den insgesamt 33 Einrichtungen von Pro Futura in der Region hat die Eilendorfer Kita bereits ein beispielhaftes Engagement vorzuweisen. „Hier gibt es bereits seit längerer Zeit einen sogenannten Multilernwürfel für die U3-Kinder, der verschiedene Sinneswahrnehmungen und Oberflächen, haptische Elemente und Reize ermöglicht“, erklärte Verbundleitung Birgit Blankenheim. Und das sei auch für „normal“ sehende Kinder interessant, um spielerisch etwas zu lernen.

„Die neuen Spiele sind ausschließlich für blinde Menschen adaptiert, haben einen Zusatz, so dass sie auch für Mädchen und Jungen mit Sehbehinderungen geeignet sind. Deshalb können sie mit Sehenden gemeinsam gespielt werden. Die Spiele verbleiben also im Original und werden nur mit Brailleschrift und Strukturen umgerüstet“, erklärte Neuefeind. Die Informationen für den Sehenden werden also in Blindenschrift dargestellt und die Figuren magnetisiert.

„In der Einrichtung in St. Sebastian auf der Hörn gibt es zum Beispiel auch Aktivitäten in der Gebärdensprache“, betonte Zohren einen weiteren Aspekt im Rahmen der Bemühungen um die Inklusion in den Einrichtungen. Und beim Spielen zeige sich schnell, dass die Kita-Kinder mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede und einfach Spaß an der Sache haben.