Aachen: Bläserphilharmonie imponiert mit zehn kammermusikalischen Formationen

Aachen : Bläserphilharmonie imponiert mit zehn kammermusikalischen Formationen

Die Bläserphilharmonie Aachen hat für ihr Konzert im Rahmen der Reihe „Musik an der Annakirche 2018“ eine ungewöhnliche Form der Präsentation gewählt: In zehn verschiedenen kammermusikalischen Formationen bot sie Originalkompositionen und Bearbeitungen in einem Programm, das quer durch die Musikliteratur verlief.

Die Besetzungen reichten von reinen Blech- und Holzbläsergruppierungen bis zu gemischten Ensembles. Dabei konnte dieses noch recht junge Blasorchester eindrucksvoll unter Beweis stellen, über welch enormes Potenzial an jungen Instrumentalisten es verfügt.

Dass die einzelnen Darbietungen von unterschiedlicher Qualität waren. So imponierend der Anblick von acht Hörnern auch sein mag: Es muss nicht unbedingt ein Arrangement des „Urlichts“ aus Gustav Mahlers 2. Sinfonie sein. Das ist dann doch etwas hoch gegriffen. Auf dem nicht allzu aussagekräftigen Programmzettel waren keine Interpretennamen aufgelistet, auch da nicht, wo die Instrumentalisten solistisch auftraten wie etwa die Flötistin und der Klarinettist bei ihrer tadellosen und im Zusammenspiel perfekten Wiedergabe der Tarantelle von Camille Saint-Saëns, deren Orchesterpart leider von einem Keyboard übernommen werden musste. Drei Sätze aus einem Bläserquintett von Franz Danzi in der „klassischen“ Besetzung von vier Holzbläsern plus Horn erklangen in einer klanglich ausgewogenen Interpretation. Samtweich und rund der Klang von vier Tuben bei Stücken von Percy Grainger und John Stevens.

Höhepunkt des Abends

Der Höhepunkt des Abends war zweifellos die höchst gelungene Aufführung von drei Sätzen aus Mozarts grandioser und dunkel timbrierter Gran Partita für zwölf Bläser und Kontrabass, auch wenn die etwas überakustische Annakirche nicht gerade der ideale Raum für diese klanglich kompakte Musik ist. Dennoch: Der überirdisch schöne Adagio-Satz vermochte auch hier seine volle Wirkung zu entfalten. Danach servierten die je vierköpfigen Blech- und Saxofonensembles noch leichter konsumierbare Kost in brillanter Weise.

Wie ein Fremdkörper wirkte das Stück „Weg“, eine Komposition des erst 24-jährigen Elias Jungschat, der dem Publikum sein Werk vor der Aufführung erläuterte. Das konnte allerdings nicht verhindern, dass die Hörer angesichts der seltsamen und bedrohlich wirkenden Geräuscherzeugungen einigermaßen ratlos blieben. Dass es sich um ein Werk für Orgel und Trompete handelte, wäre angesichts der verfremdeten Spieltechniken und Tonerzeugungen ohne den Hinweis des Komponisten kaum auszumachen gewesen.

Das überwiegend jugendlich-studentische Publikum in der gut gefüllten Kirche spendete am Schluss allen Teilnehmern herzlichen Applaus.