Aachen: Bischof Evmenios von Lefka feiert 50-jähriges Jubiläum

Aachen: Bischof Evmenios von Lefka feiert 50-jähriges Jubiläum

Anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von Bischof Evmenios von Lefka fand in der vollbesetzten Kirche der Griechischen Pfarrgemeinde Erzengel Michael/Hagios Dimitrios eine kurze liturgische Feier statt, bei der der Chor als Glückwunsch eigens für den Bischof komponierte Ehrengesänge vortrug.

Zugleich war es eine Gedächtnisfeier für die Wohltäter, die das Wirken des Bischofs bisher unterstützt haben. „Liebe Brüder und Schwestern, ich werde Euer immer gedenken“, so der Jubilar.

Im Anschluss fand im Krönungssaal des Rathauses ein festlicher Empfang statt, an dem annähernd 650 Gäste teilnahmen, die die starke ökumenische Bindung erkennen ließen. Dazu gehörte auch neben dem griechischen Generalkonsul Gregorios Delavekouras eine große Zahl hoher geistlicher Würdenträger aus dem In- und Ausland. Die Mehrzahl von ihnen war aus Griechenland angereist. Die katholische Kirche wurde von Bischof Heinrich Mussinghoff und fünf Weihbischöfen vertreten, die evangelische Kirche durch Pfarrer Martin Obrikat und Pfarrer Armin Drack, Vorsitzender des Arbeitskreises christlicher Kirchen. „Hier, wo die Königshalle Karls des Großen stand, wo mehr als 30 Europäer zu Königen gekrönt wurden, ist der rechte Ort, um Bischof Evmenios zu gratulieren.

Denn ein 50-jähriges Jubiläum ist gewissermaßen so etwas wie die Krönung eines Lebenswerks“, hieß es im Grußwort von OB Marcel Philipp. Ohne Griechen, ohne griechisches Erbe gäbe es auch unser Europa nicht — und ein gemeinsames Europa sei auch heute und zukünftig ohne Griechen nicht denkbar, fügte er hinzu. Anhaltenden Beifall erhielt Mussinghoff, der in seinem Grußwort auf das ökumenische Wirken des Jubilars einging, der eine einzigartige Persönlichkeit mit einem Reichtum an Charisma sei. „Wir danken Dir, dass Du so lange in Aachen geblieben bist. Wir danken auch für Deine Reisen quer durch Deutschland im Sinne der Ökumene und für die Ikonenmalerei mit Heiligen der östlichen und westlichen Kirche“, so Mussinghoff. „Ökumene lebt von Begegnungen und von denen, die sie tun“, betonte auch Pfarrer Drack.

In seiner Laudatio auf den Jubilar ließ Metropolit Maximos von Ioannina das Leben des Bischofs Revue passieren. 1945 in Lasithi auf Kreta geboren, trat er dort bereits als 15-Jähriger als Novize in ein Kloster ein und wurde 1964 Mönch. Er wirkte als Bischofsdiakon, studierte Theologie und wurde 1977 zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr kam er nach Deutschland, um ein Zusatzstudium aufzunehmen. Stattdessen setzte ihn die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland in Aachen als Pfarrer der Kirchengemeinde des Hl. Dimitrios ein. Hier auch wurde er im Januar 1994 zum Bischof von Lefka geweiht und erhielt im Folgejahr das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. „Die 50 Jahre im Dienst Gottes, im Dienst für den Nächsten sind von tiefer Menschlichkeit und Liebe zu den Menschen geprägt“, anerkannte der Laudator und zeichnete ihn mit einem goldenen Bischofskreuz aus.

Grußworte übermittelte der Ökumenischen Patriarch Bartholomäus in Konstantinopel. Ihn hatte der Jubilar während dessen Deutschlandbesuchs im Mai vorigen Jahres begleitet. Ebenso bei den beiden Besuchen im vergangenen Jahr beim Papst in Rom. Sie werden als ein weiteres hoffnungsvolles Zeichen für die Ökumene gewertet. „Ich bitte, mich weiter zu lieben und für mich zu beten. Kein einziger Tag soll ungenutzt vergehen“, sagte Evmenios in seinen Dankesworten und erhielt bei Standing Ovation stürmischen Beifall. Mit kretischen Liedern umrahmte das Makam Ethnic Ensemble aus Zypern den Festakt. Am Vortag hatte das Quartett bereits in der vollbesetzten Pfarrkirche der Griechen ein Konzert gegeben.

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