Städteregion: Bildungszugabe: Geld bleibt übrig

Städteregion: Bildungszugabe: Geld bleibt übrig

Sie ist eine freiwillige Ausgabe in nicht unbeträchtlicher Höhe und dennoch wird sie derzeit weder von der Politik noch von der Verwaltung in Frage gestellt: die sogenannte Bildungszugabe der Städteregion.

Vor gut fünf Jahren ist das Förderprogramm aufgelegt worden, das Kitas und Schulen den Besuch außerschulischer Lernorte aus den Bereichen Kunst und Kultur, Sport sowie Naturwissenschaft und Technik ermöglicht.

Unumstritten ist, dass es Kindern gut tut, neue Erfahrungen außerhalb von Kita und Schule zu machen. Doch nicht alle Eltern können ihren Kindern dies bieten. Und da setzt die Bildungszugabe an. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sogenannten bildungsfernen Familien sollen in den Genuss der Förderung kommen. So hat es der Städteregionstag zuletzt beschlossen.

Gesteuert wird dies über das Bildungsbüro, indem Anträge von Kitas oder Schulen aus einkommensschwächeren Wohnvierteln bevorzugt bewilligt werden. Dabei suchen die für die Bildungszugabe zuständigen Mitarbeiter Hans-Josef Heinen und Dirk Kirch jedoch stets das Gespräch mit allen Antragstellern, um bei etwaigen Engpässen eine einvernehmliche Lösung zu finden. Solche Engpässe können etwa entstehen, weil es besonders begehrte und weniger nachgefragte Angebote gibt oder weil es zu Überschneidungen bei Terminwünschen kommt. Heinen und Kirch achten auch darauf, dass jeder Antragsteller pro Halbjahr mindestens ein gewünschtes Angebot nutzen kann.

Am Geld scheitert der Besuch eines außerschulischen Lernorts in der Regel jedoch nicht: Die Städteregion hat die Bildungszugabe mit einem Etat von 275.000 Euro pro Jahr ausgestattet, die jedoch nicht immer vollständig ausgegeben werden. So wurden im vergangenen Jahr nur rund 231.000 Euro abgerufen. Auch die zusätzlich zur Verfügung stehenden 89.000 Euro für Angebote von Alemannia Aachen werden nicht voll ausgeschöpft. Im vergangenen Jahr etwa blieben 22.000 Euro übrig.

Und noch nutzen längst nicht alle, die es könnten, die Bildungszugabe: Im vergangenen Jahr haben 146 der insgesamt 313 Kitas und Familienzentren und 140 der 180 Schulen aller Schulformen in der Städteregion eines der Angebote wahrgenommen, das entspricht 58 Prozent aller antragsberechtigten Einrichtungen. Die Verantwortlichen aus Kitas und Schulen, die die Bildungszugabe bislang noch nicht nutzen, sollten sich also mal den Angebotskatalog anschauen und prüfen, ob sich ein Antrag nicht doch lohnt.

Die Palette der Angebote ist jedenfalls breit gefächert: Ob Museen oder Theater, Jugendkunstschulen oder Bio-Bauernhof, Kletterhalle oder Musikschule: Es gibt viele Orte in der Städteregion, an denen Kinder und Jugendliche Spannendes erleben, selbst forschen oder neue Fähigkeiten bei sich selbst entdecken können. Inzwischen sind 74 unterschiedliche Institutionen mit fast 200 Angeboten dabei. Besonders begehrt im vergangenen Jahr waren das Das Da Theater (79 Buchungen), die Boulderhalle Moove (58), das Theater Rosenfisch (24, alle Aachen) sowie mit jeweils 22 Buchungen die Jugendkunstschule „Aber Hallo“ Alsdorf und der Bioland-Hof Gut Paulinenwäldchen Aachen.

Fast 1400 Kinder aus 47 Kitas oder Schulen besuchten das Nachwuchsleistungszentrum von Alemannia Aachen, darüber hinaus richtete Alemannia Fußballturniere für Grundschulen mit insgesamt fast 600 Teilnehmern aus.

Außerdem begeisterte „Greta - Das junge Grenzlandtheater“ im vergangenen Jahr rund 5000 Jugendliche aus 50 Schulen mit seinen Aufführungen. Besonderheit dabei: „Greta“ wird nicht aus dem Etat der Bildungszugabe finanziert, sondern aus sogenannten Drittmitteln und kann auch zusätzlich beantragt werden.