Aachen: Bildungsberater der VHS: Profi-Pfadfinder ebnen viele Wege

Aachen : Bildungsberater der VHS: Profi-Pfadfinder ebnen viele Wege

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Um erst gar nicht auf den berühmten Holzweg zu geraten, hilft oft schon der Blick auf eine Orientierungstafel. Denn die zeigt an, wo man sich gerade befindet, es ist nicht schwer auszumachen, wo man hergekommen ist — und welches Ziel man erreichen will.

Wenn dann auch noch ein kompetenter Lotse zur Stelle ist, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen — nicht nur im „Öcher Bösch“. Denn was beim Freizeitspaziergang gilt, kann auch in punkto berufliche Weiterentwicklung nicht verkehrt sein — weiß Markus Liedgens, der den Vergleich nicht von ungefähr bemüht.

Bei der Bildungsberatung der Volkshochschule Aachen sorgen Liedgens und seine Kollegin Wiebke Eilts dafür, dass Arbeitnehmer auf der Suche nach neuen Beschäftigungsfeldern nicht alleingelassen werden. Als professionelle „Pfadfinder“ tragen die beiden der aktuellen Maxime des Bildungshorts damit auf ihre Weise Rechnung. Schließlich steht das neue VHS-Semester, das am 1. Februar startet, unter dem Motto „In Bewegung“.

„Nicht nur Menschen, die im Berufsleben stehen oder nach längerer Auszeit wieder in im Job Fuß fassen wollen, können sich bei uns individuell über die breite Palette der Möglichkeiten informieren“, erläutert Liedgens. „Das Angebot ist prinzipiell für jeden offen.“ Und das zum Nulltarif, denn das Projekt wird seinerseits durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Jeweils über neun Beratungsstunden stehen die VHS-Experten so durch Vermittlung von Fort- und Weiterbildungsangeboten auch jenseits des Hauses am Bushof bereit.

Und können auch bei den nächsten Schritten wichtige Unterstützung bieten. „Wenn man bestimmte Kriterien erfüllt, hat man Anspruch auf Fördergelder“, unterstreichen Eilts und Liedgens. Erwerbstätige mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 20.000 Euro — beziehungsweise 40.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Paaren — können bis zu 50 Prozent der Kosten (maximal 500 Euro) über die sogenannte Bildungsprämie des Bundes geltend machen.

Arbeitnehmern mit einem Bruttolohn von bis zu 30.000 beziehungsweise 60.000 Euro stellt das Land einen „Bildungsscheck“ aus, der einen ähnlich großen Teil der Aufwendungen abdeckt (in welchem Umfang genau, muss nach dem Regierungswechsel in NRW allerdings neu festgelegt werden).

Um in den Genuss der staatlichen Starthilfen zu kommen, müssen die Antragssteller allerdings eine Reihe unterschiedlicher Voraussetzungen — etwa im Hinblick auf ihre derzeitige wöchentliche Arbeitszeit oder auch die Beschäftigtenzahl ihres Arbeitgebers — erfüllen. Nähere Informationen gibt es natürlich bei den Bildungsberatern der VHS.

Deren Türen sind gleichwohl grundsätzlich für jeden offen, der sich beruflich verändern möchte. Sie helfen etwa, wenn es darum geht, eigene Kompetenzen, Vorlieben, Talente zu entdecken, geben zudem wichtige Infos in Sachen Bewerbung.

„Und wir machen immer wieder die Erfahrung, dass viele Menschen gar nicht ahnen, über welch große Fähigkeiten und Potenziale sie längst verfügen“, betont Liedgens.

(mh)
Mehr von Aachener Zeitung