Aachen: Bilder des Aachener Malers Heinz Heinrichs im Suermondt-Ludwig-Museum

Aachen : Bilder des Aachener Malers Heinz Heinrichs im Suermondt-Ludwig-Museum

Landschaften, Porträts und Stillleben zählen zu den bevorzugten Motiven des Aachener Malers Heinz Heinrichs (1886 bis 1957). „Aber dabei ist er immer schon seinen eigenen Weg gegangen“, sagt Dagmar Preising, Kuratorin der Ausstellung, die im Suermondt-Ludwig-Museum Arbeiten des Künstlers zeigt.

Dessen Bilder standen laut Günther F. Strauch, erster Vorsitzender des Museumsvereins, zu seinen Lebzeiten durchaus hoch im Kurs. Heute allerdings sei ihr Geldwert vergleichsweise bescheiden. Dennoch zählt Heinrichs nach Expertenmeinung zu den herausragenden Vertretern der Düsseldorfer Schule. Und neben vielen Motiven aus Aachen und der Region hat er sich auch andernorts inspirieren lassen: So gibt es etwa Bilder des Hamburger Hafens, des Hohen Venns und auch der französischen Burg „Cancy le Chateau“, die im Ersten Weltkrieg von Deutschen gesprengt wurde.

„Heinrichs‘ Bilder weisen einen breiten Pinselstrich auf und sind dem Postimpressionismus zuzuordnen“, meint Preising. Und im „Kapellchen von Raeren“ fänden sich Elemente des Jugendstils. Die Farbgebung ändert sich demnach von einem eher bunten Farbgebrauch in den Anfängen hin zu gedeckten Farben in den späteren Arbeiten. Allerdings sind die Bilder zwar signiert, aber ohne Datum. „Es gibt da große Lücken in der Forschungsarbeit“, meint Michael Rief, stellvertretender Museumsdirektor und Kustos der städtischen Sammlungen. Sie zu füllen, sei eine schöne Aufgabe, meint er.

Heinz Heinrichs gilt als deutscher Landschaftsmaler: Er studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule Aachen, bevor er zur Düsseldorfer Kunstakademie wechselte. Durch Studien in Berlin und Paris sowie durch zahlreiche Reisen durch Europa vertiefte er seine Ausbildung. Und überall packte er seine Staffelei aus und hielt fest, was ihn beeindruckte. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ er sich wieder in Aachen nieder, und eine Reihe von Stadtansichten und Stillleben sind Zeugen dieser Zeit.

„Es muss noch eine Menge solcher Bilder in Privatbesitz geben“, mutmaßt Strauch. Und da sie heute nicht mehr annähernd den Wert haben, den sie einst hatten, kommen nach und nach immer mehr Bilder zum Vorschein. Dank einer Reihe von Schenkungen und durch Ankäufe konnte die „Heinz Heinrichs Gedächtnis-Stiftung“ die Sammlung des Suermondt-Ludwig-Museums auf derzeit 24 Gemälde und zwei Grafiken erweitern. Sie geben dem Ausstellungsbesucher schon einen sehr guten Überblick über das Schaffen des Aachener Künstlers. „Zu seinen Lebzeiten wurde er mit Lobeshymnen überhäuft“, so Preising. Und dank der Klarheit seiner Bilder habe er dem Betrachter auch heute noch sehr viel zu sagen, meinen die Experten. „Nach seinem Tod 1957 brach Heinz Heinrichs‘ Popularität plötzlich ab“, so Preising. Nach Willen des Suermondt-Ludwig-Museums soll das aber nicht so bleiben: Immerhin wurde schon fünf Jahre nach Heinrichs‘ Tod die „Heinz Heinrichs Gedächtnis-Stiftung“ins Leben gerufen, die den Ankauf und die Präsentation seiner Werke fördert. Und jetzt ist das Suermondt-Ludwig-Museum in der glücklichen Lage, einen Teil seiner Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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