Aachen: Bildchener sind für eine 50er Zone auf der Lütticher Straße

Aachen: Bildchener sind für eine 50er Zone auf der Lütticher Straße

„50 km/h für mehr Sicherheit“ steht auf einem Plakat, das Kinder gemalt haben. Damit drücken sie die Meinung vieler Bildchener aus, denen das Tempo auf der Lütticher Straße zu schnell ist. Knapp 30 Bürger waren zu einer kleinen Demonstration unter wachsamem Auge der Polizei auf dem Parkplatz am Unteren Backertsweg erschienen.

„Es sind schon Autos zum Überholen links an der Querungsinsel vorbei gebrettert“, meldet eine Anwohnerin.

Vier Kilometer sind es vom Ortsausgang Aachen bis zur belgischen Grenze. Die Zuständigkeiten sind komplex. Bei der „Lütticher“ handelt es sich um die Bundesstraße 264, zuständig ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW, innerorts hat die Stadt zu bestimmen. „Am liebsten hätten wir die Strecke komplett mit 50 Stundenkilometer belegt“, sagte Dr. Volker Siller, der die Aktion mit organisiert hatte. Auch die Forderung nach einem Ortsschild „Bildchen“ wurde laut.

Derzeit müssen sich Autofahrer mit uneinheitlicher Geschwindigkeitsreglung arrangieren. Bis weit nach Bildchen hinein gilt 70, unterbrochen durch eine zeitweise Beschränkung auf 50 Stundenkilometer am Hochgrundhaus wegen des dortigen Kindergartens sowie ebenfalls 50 Stundenkilometer an der Waldschenke, hier jedoch nur in Richtung Stadt. Im anderthalb Kilometer langen Ort Bildchen darf man gut die Hälfte mit 70 Stundenkilometern befahren, erst kurz vor der Tankstelle gilt 50 Stundenkilometer.

Zwischen Bildchen und Kelmis sind dann weiterhin nur 50 Stundenkilometer erlaubt, obwohl dieser 600 Meter lange Abschnitt ohne Kurve durch freies Feld führt. Warum dort diese Begrenzung herrscht, wo sie nicht nötig ist, wussten weder der Polizeibeamte noch sonst einer der Beteiligten zu beantworten.

Fußgängerampel statt Querungsinsel

Mit Geschwindigkeitsbegrenzungen allein sei es aber nicht getan, meint Siller, auch das Überqueren der Straße müsse sicherer werden. Auf Höhe Unterer Backertsweg, wo viele Jugendliche aus dem Kinder- und Jugendzentrum Maria im Tann unterwegs sind und wo demnächst ein „Aldi“ entstehen soll, wünscht er sich eine Fußgängerampel anstelle der Querungsinsel.

Hierzu hat der Landesbetrieb Straßenbau bereits 2016 grünes Licht gegeben, während die Aachener Stadtverwaltung eine Ampel für entbehrlich hält. Einzige Bremswirkung hat bisher die Ampel an der Einmündung Reimser Straße, die in den benachbarten Stadtteil Preuswald führt.

Eine prekäre Lage besteht für Anwohner der ehemaligen Zollsiedlung, deren Zufahrt am Anfang des Ortes an dem preußischen Meilenstein auf die Lütticher Straße mündet. Um den sicheren Fuß- und Radweg auf der anderen Straßenseite zu erreichen, müssen sie drei Fahrspuren ohne jegliche Querungshilfe überwinden. Oder sie nutzen den schmalen Bürgersteig auf der eigenen Seite — besonders für radelnde Kinder ein gefährliches Unterfangen.

Das sah auch Wilfried Fischer so, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat: „Der Streifen ist nicht einmal einen Meter breit, direkt an der Fahrbahn und dennoch als Radweg ausgewiesen.“ Der Ausbau der B 264 mit Überholspur entspreche noch der Planung der Siebziger Jahre, eine Anpassung an heutige Erfordernisse sei an der Zeit.

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