Aachen: Bilanz gezogen: Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst

Aachen: Bilanz gezogen: Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst

Beim Malteser Hilfsdienst in Aachen haben im vergangenen Jahr 14 junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beziehungsweise den neuen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Die Mehrzahl zieht ein positives Fazit, so auch Josua Thimm und Katharina Zölsch.

Josua Thimm wollte nach dem Abitur Medizin studieren. Doch schnell war klar, dass der Berufswunsch nicht sofort zu realisieren war. „Ich wollte die Zeit überbrücken, Einblicke in die Medizin gewinnen und nicht zuletzt Geld verdienen“, sagt der 21-jährige Aachener. Er entschied sich für ein FSJ beim Malteser Hilfsdienst und übernahm hier eine abwechslungsreiche Tätigkeit im Krankentransport und im Rettungsdienst sowie im sozialen Hintergrunddienst des Hausnotrufes. Die Kosten für die fachliche Ausbildung von Josua Thimm übernahmen die Malteser. „Ich habe in dieser Zeit viel medizinisches Know-how gelernt — und ganz viel über mich selber“, so Thimm.

Katharina Zölsch entschied sich für eine Erste-Hilfe-Ausbildung an der Malteser-Schule Aachen. Foto: René Küpper

Vor allem der Umgang mit alten und behinderten Menschen habe ihn persönlich weitergebracht. Dazu hätten auch die pädagogischen Seminare beigetragen, zu denen sich die jungen Freiwilligen viermal für jeweils eine Woche in der Aachener Jugendherberge trafen.

Nach Abschluss des freiwilligen Jahres bleibt Josua Thimm den Maltesern und dem Berufsfeld verbunden. Mittlerweile befindet er sich in der Ausbildung zum Rettungsassistenten und kann sich gut vorstellen, diese Arbeit vorläufig weiter zu machen, bis es mit dem Medizinstudium klappt. Denn sein Berufswunsch Arzt ist jetzt ganz sicher.

Ganz ähnlich erging es Katharina Zölsch. Die 19-Jährige wollte mit ihrem Freiwilligendienst herausfinden, ob sie mit dem Berufsziel Lehrerin richtig liegt. So fiel ihre Wahl auf die Erste-Hilfe-Ausbildung an der Malteser-Schule Aachen. Nach der entsprechenden Ausbildung organisierte sie Erste-Hilfe-Kurse und bietet sie in Betrieben und Schulen auch selbst an. Rückblickend stellt sie fest: „Die positiven Rückmeldungen der Kursteilnehmer, aber auch meiner Chefs und Kolleginnen haben mich darin bestärkt, Lehrerin zu werden. Zudem bin ich selbstbewusster und eigenständiger geworden.“

Katharina Zölsch und Josua Thimm übergeben die Staffel nun an ihre Nachfolger: Ob im Rettungsdienst, beim Hausnotruf oder bei der Erste-Hilfe-Ausbildung — ein Freiwilliges Soziales Jahr beziehungsweise ein Bundesfreiwilligendienst sei in Aachen in vielen Bereichen möglich. Ute Wallraven-Achten, Leiterin des Fachbereichs Pädagogische Begleitung Freiwilligendienste an der Malteser-Schule Aachen, weist darauf hin, dass die Freiwilligen für eine Vollzeittätigkeit ein monatliches Taschengeld inklusive Verpflegungskostenzuschuss von 450 Euro erhalten und der Arbeitgeber alle Sozialversicherungsleistungen übernimmt.

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