Aachen: #bibwichser: Klage des onanierenden RWTH-Studenten abgewiesen

Aachen: #bibwichser: Klage des onanierenden RWTH-Studenten abgewiesen

Das Hausverbot gegen einen Studenten, der in der Zentralbibliothek der RWTH Aachen vor den Augen einer Studentin onaniert hatte, war rechtmäßig. Das hat am Mittwoch das Verwaltungsgericht Aachen entschieden. Der Student hatte den Vorfall in entscheidenden Punkten bestritten und gegen das von der RWTH verhängte Hausverbot geklagt.

Da seine Klage am Mittwoch abgewiesen wurde, zieht er nun in Betracht, sich durch die nächsten Instanzen zu klagen. Außerdem möchte er Schadenersatz von der RWTH haben, wie er nach der Urteilsverkündung im Gespräch mit unserer Zeitung erneut erklärte.

Der Vorfall, über den in Sozialen Netzwerken unter dem Hashtag „bibwichser“ diskutiert wird, ereignete sich am Mittag des 7. August 2017. Die chinesische Studentin Q. ging in den Schließfächerraum der Zentralbibliothek, um mit einer Freundin zu telefonieren. Zur selben Zeit nahm dort der heute 28 Jahre alte Student D. sein Mittagessen ein. Q. stand am Fenster, telefonierte und sah aus den Augenwinkeln D. an seinem Schließfach stehen, drei bis vier Meter von ihr entfernt. Als sie sich ihm zuwandte, sah sie, dass er die Hose halb heruntergelassen hatte und sein Geschlechtsteil massierte. Erschrocken lief sie davon, meldete den Vorfall und zeigte D. schließlich an, so sagte sie es am Mittwoch als Zeugin dem Vorsitzenden Richter Peter Roitzheim.

D. hatte den Fall anders dargestellt. Am ersten Verhandlungstag Anfang Mai hatte er von einem erotischen Tagtraum während des Mittagessens im Schließfächerraum der Bibliothek berichtet, während dem er eine Hand in der Hosentasche und in der anderen zwei Tomaten gehalten habe. In keinem Fall habe er mit heruntergelassenen Hosen vor der Studentin Q. gestanden.

Fleischfarbene Tomaten

Am Mittwoch erklärte er nun, der Vorfall habe sich exakt so zugetragen, wie Q. ihn als Zeugin dem Gericht geschildert habe. Allerdings sei es nicht sein Glied gewesen, das sie in seiner Hand gesehen habe, sondern zwei mutmaßlich fleischfarbene Tomaten. „Dass die Zeugin fleischfarbene Tomaten, deren Existenz mir nicht bekannt ist, auf eine Entfernung von drei bis vier Meter am hellichten Tag mit einem Penis verwechselt haben soll, ist an den Haaren herbeigezogen“, erklärte Rechtsanwalt Tobias Römgens, der die RWTH in dem Verfahren vertrat.

So oder ähnlich sah es auch Richter Roitzheim. „Ich habe keine Zweifel, dass die Schilderungen der Zeugin glaubhaft sind, ich glaube schlichtweg nicht, dass die Zeugin Tomaten mit Ihrem Penis verwechselt hat“, sagte er an D. gerichtet. Roitzheim hatte bereits vor der Urteilsverkündung keinen Zweifel daran gelassen, wie er entscheiden würde.

D. hätte seine Klage noch fallen lassen können, das hätte die Verfahrenskosten, die er zu tragen hat, beträchtlich gesenkt. Aber D. bestand auf einem Urteil, was ihn wiederum in die Lage versetzt, vor dem Oberverwaltungsgericht Münster dagegen vorzugehen - auch wenn das von der RWTH verhängte Hausverbot gegen ihn in wenigen Wochen endet

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