Bibliothek Aachen: Digitale Zukunft der Büchereien

Neue Möglichkeiten in der Stadtbibliothek : Eine Reise in „Die digitalen Welten“

Die Geschwindigkeit der Digitalisierung ist enorm. Stillstand herrscht eigentlich nie. Und wenn die neusten technologischen Entwicklungen aus dem Silicon Valley verbreitet werden, dann rast sie einem manchmal auch davon.

Die Aachener Stadtbibliothek will es trotzdem versuchen, mit dem Tech-Tempo Schritt zu halten oder zumindest den Rückstand etwas zu verringern.

„Pressreader“, „eCircle“ oder „Virtual Reality“ klingen dabei für den ein oder anderen hochkomplex oder futuristisch. Doch in Kombination mit Altbewährtem geben sie der Qualität des Bibliotheksangebots einen kräftigen Schub. „Die Bibliotheken gelten als die Kultureinrichtung, die in den letzten 15 Jahren die meisten Veränderungen durchlebt hat“, weiß auch Bibliotheksleiter Manfred Sawallich. Er begrüßt daher die neuen Angebote, die durch die Unterstützung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Kultur und Wissenschaft möglich gemacht wurden.

6000 tagesaktuelle Zeitungen

Im „Pressreader“ finden Inhaber eines Bibliotheksausweises die digitalen Versionen von über 6000 tagesaktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus 100 Ländern. Von Afrikans bis Zulu ist sprachlich so ziemlich alles dabei. Auch in puncto Integration hofft man in der Stadtbibliothek hier auf einen Effekt für mehr interkulturellen Austausch. Außerdem werde es so nach Ereignissen wie der Unterzeichnung des Aachener Freundschaftsvertrages möglich, die Berichterstattung auf der ganzen Welt miteinander zu vergleichen.

Der „eCircle“ stellt eine „Bibliothek in der Bibliothek“ dar. Das gesamte Angebot von eBooks, eAudios und eVideos können Besucher der Stadtbibliothek ab jetzt auf einem Bildschirm betrachten und sich die digitalen Versionen der Bestseller von Nora Roberts oder Paula Hawkins („Girl on the Train“) mit einem Klick sichern.

Ein echtes Highlight wartet für Jung und Alt im „Virtual-Reality-Bereich“. Auf einer abgegrenzten Fläche im Erdgeschoss der Bibliothek werden die Grabkammer der Nefertari in Ägypten oder ein Tauchgang in der Tiefsee plötzlich zur virtuellen Realität. Ab Mitte Februar kann das Angebot genutzt werden, bis dahin wird die neuste Technik vom Bibliothekspersonal noch auf Ungereimtheiten überprüft.

300.000 Besucher im Jahr

Die „Digital Area“ der Stadtbibliothek soll den über 300.000 Besuchern pro Jahr die Chance bieten, an Wissen, Bildung oder Kultur auch auf dem digitalen Weg teilzuhaben. „Außerdem treffen sich die Menschen einfach immer noch gerne. Ein Gang durch die digitale Welt sollte nie bedeuten, dass jeder allein zuhause vor dem Computer sitzen muss“, fügt Kulturdezernentin Susanne Schwier diesem Ansatz noch einen weiteren positiven Aspekt des neuen digitalen Angebots hinzu.

Wer sich davon ein eigenes Bild machen möchte, der hat ab sofort die Möglichkeit dazu. In der Couvenstraße erwarten Besucher der Stadtbibliothek dabei neben den genannten Neuerungen die „youthfactory“ (inklusive Playstation), „Geocaching“ oder die Chance, alte VHS-Kassetten an der Digitaliserungsstation in eine CD zu verwandeln. Unbegrenzte Möglichkeiten also nicht nur im Silicon Valley, sondern in ganz abgeschwächtem Format auch in der Aachener Stadtbibliothek.

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