Bezirksvertretung berät über Jugendkonferenz

Kommunalpolitik : Junge Eilendorfer sollen mitreden

Wie kann es gelingen, junge Menschen für die Kommunalpolitik zu interessieren? Darüber haben jetzt die Mitglieder der Bezirksvertretung Eilendorf gesprochen.

Im Herbst 2018 stellten CDU und FDP in der Eilendorfer Bezirksvertretung einen Antrag auf Einrichtung einer „Jugendkonferenz als Teil der Partizipation im Stadtbezirk Aachen-Eilendorf“. Diese soll als fester Bestandteil von Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen in Eilendorf etabliert werden mit dem Ziel, die Mitwirkung von jungen Mitbürgerinnen und Mitbürgern an den politischen Prozessen auszubauen und langfristig zu stärken. Das ist zwar eine löbliche Idee, aber allen Beteiligten war klar, dass der Teufel im Detail steckt und es bei Umsetzung des Vorhaben viele Möglichkeiten des Scheiterns gibt.

Um das von vornherein auszuschließen, hatten sich die Eilendorfer Bezirkspolitiker bereits vor dem Start die Hilfe von Experten geholt, die beim Bildungsbüro der Städteregion Aachen mit der Materie befasst sind. Daher war dessen Leiter Dr. Sascha Derichs mit seinen beiden Mitarbeiterinnen Hanna Kaldenbach und Ines Alberding in die Eilendorfer Bezirksvertretung gekommen um zu erläutern, was zu tun ist, um das Projekt gelingen zu lassen.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass die Jugendlichen von Anfang an die Erfahrung machen, dass ihre Mitarbeit wertgeschätzt wird und dass es Vorteile hat, wenn sie sich einbringen. Jugendliche an politischen Prozessen zu beteiligen, sei – so Kaldenbach und Alberding – in jedem Falle der richtige Weg, allerdings sei das Wie entscheidend. Es müsse klar sein, in welcher Form die Partizipation erfolgen solle, etwa als Forum, als Beirat – wie beispielsweise in Roetgen – oder als lockerer Kontakt. Entscheidend sei weiterhin, dass es in Politik und Verwaltung verlässliche Ansprechpartner gebe, hüten müsse man sich aber davor, einfach Strukturen der Erwachsenen auf die Teilhabe der Jugendlichen zu übertragen.

Die Bezirksvertreter unterstrichen einhellig ihren Willen, die jungen Leute an der Willensbildung und den politischen Prozessen im Bezirk teilhaben zu lassen. Auf der Basis der Ausführungen der Expertinnen bekundeten sie die Absicht, die Angelegenheit behutsam anzugehen, um daraus eine Erfolgsgeschichte werden zu lassen. Denn man ist überzeugt, dass Jugendpartizipation in Eilendorf besonders erfolgreich sein kann, ist man sich doch bewusst, in wie vielen Eilendorfer Vereinen und Einrichtungen es große Jugendabteilungen gibt, in denen Kinder und Jugendliche aktiv sind. Von daher glaubt man, hoffen zu dürfen, dass die jungen Leute daran interessiert sind, was vor der eigenen Haustür passiert.

Um den Prozess anzustoßen, dabei aber die Zielgruppe von vornherein mit ins Boot zu holen, sollen alle jungen Leute des Bezirks angeschrieben und in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro der Städteregion zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen werden, um gemeinsam Ideen, Wünsche, Anregungen und Erwartungen zu sichten und die Bereitschaft zur Teilnahme auszuloten.

Mehr von Aachener Zeitung