Haaren und Verlautenheide: Bezirksvertreter wollen flächendeckend Tempo 30

Haaren und Verlautenheide : Bezirksvertreter wollen flächendeckend Tempo 30

Mit der Debatte um die Luftreinhaltung hat in weiten Teilen der Stadt die Diskussion um schärfere Tempobeschränkungen neuen Schub bekommen. Auch im Stadtbezirk Haaren/Verlautenheide sehen CDU und SPD nun bessere Chancen, das Tempo auf allen Straßen auf 30 km/h drosseln zu können.

„Wir wollen was für die Umwelt und die Verkehrssicherheit tun“, sagt Franz-Josef Kogel, Sprecher der Haarener CDU-Fraktion, dessen Partei gemeinsam mit der SPD einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Die beiden Haarener Fraktionen knüpfen damit an die Bestrebungen der Ratsfraktionen von CDU und SPD an, Tempobeschränkungen von 30 km/h innerhalb des gesamten Alleenrings und auf Teilen der Monheimsallee durchzusetzen. Noch etwas weiter sind zuvor die Grünen gegangen, die ebenfalls Tempo 30 für die Innenstadt und Tempo 40 für das restliche Stadtgebiet – also auch alle Stadtbezirke – fordern.

In den Wohngebieten ist die reduzierte Geschwindigkeit meist Standard, auf den Hauptstraßen aber müssen bislang noch gute Gründe gefunden werden, um das Tempo zu drosseln. Das wissen auch die Haarener Politiker, die nun dennoch die Gunst der Stunde nutzen wollen, um endlich auch die großen und stark befahrenen Durchgangsstraßen Alt-Haarener Straße und Verlautenheidener Straße zu zähmen. Seit Jahren haben Politik und Verwaltung immer wieder Vorstöße gemacht, den Verkehr zu entschleunigen und damit das Leben für Anwohner erträglicher zu machen.

So ist schon 2013 eine Testphase in Aussicht gestellt worden, mit Tempo 30 die Nachtruhe an der Alt-Haarener Straße und Haarener Gracht zu verbessern. Umgesetzt wurde das bis heute nicht, obwohl dort die Zumutbarkeitsgrenze für Verkehrslärm mit Werten über 75 Dezibel – das ist lauter als eine Waschmaschine im Schleudergang – deutlich überschritten wird. Auch an der Verlautenheidener Straße werden solch hohe und gesundheitsgefährdende Werte gemessen.

„Wir wissen, dass wir auch diesmal auf Widerstand treffen werden“, sagt Kogel, „wir sind ja schon mal abgeschmettert worden.“ Für den neuen Vorstoß rechnen sich CDU und SPD dennoch bessere Chancen aus, weil es diesmal nicht nur um den Lärmschutz geht, sondern auch die Debatte um Luftschadstoffe und Fahrverbote zu einem allmählichen Umdenken führt. Hinzu kommen die Unfallzahlen, die ebenfalls für Tempo 30 im gesamten Stadtbezirk inklusive der Durchgangsstraßen sprechen, sagt Kogel.

Ähnliche Bestrebungen in anderen Stadtbezirken gibt es zurzeit nicht. Einzig für die Innenstadt liegen der Verwaltung nun ebenfalls die Tempo-30-Anträge der schwarz-roten Ratsmehrheit und der Grünen zur weiteren Bearbeitung vor. Wann sie beraten und verabschiedet werden, ist noch offen. Allerdings drängt die Zeit, denn die Gerichte fordern schnelle und spürbare Maßnahmen, die die Luftqualität verbessern. Andernfalls drohen weitere Fahrverbote insbesondere für Dieselfahrer.

Von Tempo 30 erhoffen sich die Fachleute nicht nur einen besseren Verkehrsfluss und einen geringeren Schadstoffausstoß, sondern auch ein größeres Sicherheitsgefühl für andere Verkehrsteilnehmer. So könne auch der Radverkehr gefördert werden.

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