Bewohner im Aachener Preuswald haben weiter Angst vor Überflutungen

Regenrückhaltebecken Preuswald : Die Angst vor dem Wasser bleibt groß

Die gewaltigen Dimensionen des neuen Regenrückhaltebeckens am Preuswald sind schon gut erkennbar, doch die Sorge vor weiteren Überflutungen will bei einigen Anwohnern trotzdem nicht weichen. Ihre Befürchtung: Der Kanal, durch den das aufgefangene Wasser aus dem neuen Becken künftig abgeleitet werden soll, könnte einen zu geringen Durchmesser haben.

Seit mehreren Jahren bringt Anwohner Klaus Schwabe seine Bedenken immer wieder vor, ohne sich von der Stadt verstanden zu fühlen. Er spricht aus leidvoller Erfahrung, weil seine Wohnung in einer Senke neben der Lütticher Straße schon einmal geflutet wurde. Auch damals hatte der Kanal die Wassermassen nicht in Richtung Reimser Straße ableiten können, Gullydeckel seien durch einen Rückstau regelrecht weggesprengt worden. Abhilfe könne nur ein neuer und größer dimensionierter Kanal schaffen, ist Schwabe überzeugt.

Den wird es einstweilen nicht geben, wie Sprecher von Stadt und Stawag auf Nachfrage mitteilen. Denn von den Fachleuten wird das auch nicht für nötig gehalten. Das Regenrückhaltebecken, das derzeit für rund 1,6 Millionen Euro gebaut wird und ein Fassungsvermögen von gut 5300 Kubikmeter haben soll, habe den Zweck, große Wassermassen aufzufangen, damit sie anschließend dosiert in den Kanal geleitet werden können.

Man habe festgestellt, das nach Regenfällen große Wassermengen aus dem Wald ins Tal drängen, erklärt Harald Beckers seitens der Stadt. Eben dieses Wasser soll künftig in dem Becken aufgefangen und dann kontrolliert abgegeben werden. „Das wird die Situation entspannen“, ist er überzeugt. Kritischer sei hingegen die Entwässerung der Lütticher Straße über einen weiteren Kanal, für den allerdings der Landesbetrieb Straßen NRW und nicht die Stadt zuständig sei. Derlei Kompetenzgerangel ärgert wiederum Schwabe, der sich im Sinne der Bürger eine bessere Abstimmung zwischen den Behörden wünschen würde.

Bedenken hat er schließlich nicht nur wegen des neuen Regenrückhaltebeckens im Wald, sondern auch wegen der Entwässerung des neuen Aldi-Marktes, der dort ebenfalls gebaut wird. Der Discounter muss ein weiteres eigenes Auffangbecken bauen, in dem das Wasser vom Dach der Filiale und vom Parkplatz gesammelt und vorgereinigt werden soll, bevor es in den Kanal eingeleitet wird. Schwabe kann derzeit nur hoffen, dass er mit seinen Befürchtungen danebenliegt und die städtischen Planer die Leistungsfähigkeit des Kanals richtig einschätzen. Ende des Jahres soll das neue Regenrückhaltebecken – dann auch schick begrünt – in Betrieb gehen, kündigt Stawag-Sprecherin Eva Wußing an. Kurz darauf will auch Aldi eröffnen.

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