Aachen: Beverstraße: Weg über das Kita-Gelände soll kommen

Aachen : Beverstraße: Weg über das Kita-Gelände soll kommen

Zu Beginn erhielten die drei Kinder der Kita „Mittendrin“, die am Donnerstag mit ihren Eltern in den Planungsausschuss gekommen waren, kleine Schoko-Nikoläuse — ebenso wie die Politiker. Es sollte die einzige süße Botschaft für die Gäste von der AWO-Kindertagesstätte am Vorabend des 6. Dezembers sein.

Der umstrittene Fußweg, der über das Gelände der Kita führt, soll im Rahmen des 60-Millionen-Wohnprojektes Kronprinzenquartier kommen. Mit einer Gegenstimme der Linken entschied sich der Ausschuss dafür, den Verwaltungsvorschlag anzunehmen.

An anderer Stelle sehen die Politiker dagegen weiter Prüfbedarf. Nachdem herauskam, dass Aachens größtes geplantes Neubaugebiet Richtericher Dell um 150 Wohneinheiten auf dann etwa 750 schrumpfen soll, folgte der Planungsausschuss am Donnerstag einem SPD-Antrag. Der besagt: Die Verwaltung soll untersuchen, ob der Wegfall vermieden werden kann oder „Alternativflächen“ vorhanden sind, die in die laufenden Überlegungen zur Erstellung eines Flächennutzungsplans eingebracht werden können. Stein des Anstoßes ist ein Regenrückhaltebecken an der Horbacher Straße, in das eine Mischung aus Regen- und Abwasser fließt. Das verursacht Gestank — und zwar in dem Ausmaß, dass es potenziellen Hausbesitzern in direkter Nähe nicht zumutbar wäre. Daher plädiert die Verwaltung für eine Verkleinerung des Baugebiets.

Der Planungsausschuss sprach sich jedoch mehrheitlich dafür aus, auch einem zweiten SPD-Vorschlag zu folgen: Der sieht vor, ob durch den Verkauf der in Frage stehenden 150 Grundstücke eine „Ertüchtigung des Regenrückhaltebeckens“ möglich sei. Soll heißen: Es müsste so umgebaut werden, dass es nicht mehr stinkt. Die Maßnahme würde laut Verwaltung rund sechs Millionen Euro kosten. Wenn ein Verkauf der Grundstücke für diesen Preis möglich ist, so SPD-Sprecher Norbert Plum, handele es sich letztlich um ein „Nullsummenspiel“. Parteiübergreifend war man sich einig, dass neuer Wohnraum für Aachen dringend notwendig ist. Daher befand auch Maike Schlick (CDU): „Prüfen schadet nichts.“

Keinen Anlass zu weiteren Prüfungen sehen die Politiker dagegen an der Beverstraße. Wie viele ihrer Ausschusskollegen habe sich auch sie beim Abwägen schwer getan, sagte Maike Schlick. Im Quartier am Rande des Frankenberger Viertels sollen 185 Wohnungen entstehen. Der kleine Weg, der das Gebiet mit der Goerdelerstraße verbinden soll, läuft laut städtischen Planungen über das Außengelände der dort beheimateten Kita.

Sehr zum Ärger von Eltern, Leitung und Träger. Doch sei letztlich der „städtebauliche sowie der kriminalpräventive“ Aspekt etwas höher zu bewerten als der pädagogische, argumentierte die Mehrheit der Politiker. Daher sei ein direkter Weg, der keine von der Polizei befürchtete „toten“ Ecken schaffe, trotz aller Bedenken und Gegenargumente die beste Lösung.

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