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Steigende Zahlen: Besuche im Dom stehen wieder höher im Kurs

Steigende Zahlen : Besuche im Dom stehen wieder höher im Kurs

Im Juli verdoppelte sich die Zahl der Besucher im Dom. Doch Wartezeiten sind derzeit nicht immer zu vermeiden und Führungen finden nur eingeschränkt statt.

Die Sommerferien haben stets spürbare Auswirkungen auf die Besucherzahlen im Aachener Dom: Sie sind dann in der Regel etwa doppelt so hoch wie in den Wintermonaten. Das Jahr 2020 bildet wegen der Coronavirus-Pandemie natürlich eine Ausnahme. Nachdem während des Lockdowns im März und April nur Betenden der Zutritt in den Dom gestattet war, nahm das Besucheraufkommen auch mit der Möglichkeit der Wiederaufnahme der öffentlichen Gottesdienste im Mai wieder zu (20.808 Personen), stieg im Juni auf 36.753 und verdoppelte sich im Juli auf 75.566.

„Damit haben wir im Juli wieder 65 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht“, sagt Dompropst Rolf-Peter Cremer. „Wichtig ist uns, dass dabei stets die Hygiene- und Abstandsvorschriften gelten. Dies gilt auch für die Gottesdienste.“ Maximal 100 Personen dürfen Aachens Wahrzeichen gleichzeitig betreten. In Stoßzeiten kann das dazu führen, dass sich im Domhof Warteschlagen bilden. Die Domschweizer regeln den Einlass und achten darauf, dass alle Touristen einen Maskenschutz tragen. Disziplinarprobleme gibt es so gut wie nicht. „Die Menschen haben Verständnis für die Vorgaben und nehmen in Kauf, dass sie in diesem Sommer mehr Zeit für einen Dombesuch einplanen müssen“, konstatiert Cremer.

Öffentliche Domführungen finden wieder statt, sind jedoch nach wie vor stark eingeschränkt. Die normale Gruppengröße wurde von 25 auf 10 Personen reduziert. Aktuell wird eine öffentliche Führung pro Stunde garantiert angeboten, am Wochenende sind es im Schnitt zwei pro Stunde. Die Tickets sind in der Dominformation erhältlich. Zusätzlich können bis zu drei Kleingruppenführungen parallel gebucht werden. Diese Möglichkeit nutzen viele ausländische Besucher, um eine geführte Besichtigung in ihrer jeweiligen Landessprache zu buchen. Allerdings muss eine entsprechende Anmeldung bis spätestens drei Tage vor dem Besuch erfolgen. „Mit diesen Angeboten liegen wir im Vergleich zu den Teilnehmerzahlen des Vorjahres bei weniger als 20 Prozent“, sagt Jean-Claude Kall, Koordinator der Dominformation. Dafür seien die derzeit angebotenen Führungen zu 92 Prozent ausgebucht. „Gegen Mittag haben wir bereits oft alle Tickets für den Tag verkauft."

Auch die Domschatzkammer freut sich über regen Zulauf. Nach der Wiedereröffnung am 7. Mai kamen zunächst vor allem lokale und regionale Besucher. Jetzt sind auch wieder regelmäßig andere Sprachen zu hören. Die Zahl der Besucher stieg von knapp 4000 im Juni auf 10.084 im Juli. Auch hier können kurze Wartezeiten entstehen, da nur 45 Personen gleichzeitig Zugang in die Domschatzkammer erhalten. „Wir nähern uns, was die reinen Besucherzahlen angeht, fast wieder der normalen Frequenz“, freut sich die Leiterin Dr. Birgitta Falk. „Aber Führungen bieten wir noch nicht wieder an. Die Räume sind zu beengt.“

Falk hofft darauf, dass das grundsätzliche Interesse an der Domschatzkammer auch im Herbst und Winter anhält. Denn dann gibt es eine Premiere: Zum ersten Mal überhaupt wird ab dem 4. September die Sammlung historistischer Goldschmiedekunst gezeigt. Der Bestand an kirchlichen Goldschmiedewerken aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert gilt als der umfangreichste und bedeutendste einer einzelnen Kirche in Deutschland.

(red)