Aachen: Bestohlen und abgezockt: Schlüsseldienst will 1700 Euro

Aachen: Bestohlen und abgezockt: Schlüsseldienst will 1700 Euro

Doppeltes Unglück für ein älteres Aachener Ehepaar: Erst wurden sie von einem dreisten Trickbetrüger um Bargeld, EC-Karte und Schlüssel gebracht - und als die verängstigten Senioren daraufhin noch in der Nacht das Türschloss austauschen ließen, berechnete ein Schlüsseldienst ihnen auch noch happige 1700 Euro. Jetzt ermittelt die Polizei.

Der Täter hatte das gesundheitlich angeschlagene Ehepaar mit einer miesen Masche übers Ohr gehauen: Er klingelte vor einigen Tagen abends an ihrer Wohnungstür und bat darum, einen Geldschein wechseln zu können. Die Senioren ließen den etwa 30-jährigen Mann in ihre Wohnung und halfen ihm bereitwillig.

Dabei beobachtete der Täter genau, wo sie ihre Wertsachen und Schlüssel aufbewahrten. Dann stahl er unbemerkt den Schlüssel, mit dem er später wieder in die Wohnung gelangte. Während das Paar im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß, konnte er so Bargeld und die Bankkarte der Senioren klauen, was die Opfer erst später am Abend bemerkten.

Aus Angst, dass der Mann mit den gestohlenen Schlüsseln erneut in ihre Wohnung eindringen könnte, verständigten beide noch in der Nacht einen Schlüsselnotdienst. Der Hilfsdienst jedoch reiste aus Köln an - und berechnete für das Austauschen des Wohnungstürschlosses inklusive Nachtzuschlag und Anfahrtskosten 1668,61 Euro.

Ob er damit durchkommt, ist offen. Aufgrund der hohen Summe ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachtes auf Wucher. Die Beamten haben ein Vergleichsangebot eines örtlichen Unternehmens eingeholt: Es beläuft sich auf nicht einmal 30 Prozent der Rechnung des Kölner Unternehmens, nämlich genau 486,56 Euro. Die Beamten haben ein Strafverfahren gegen den teuren Schlüsselexperten eingeleitet.

(red/pol)
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