Aachen: Besonderer Rückblick auf einen besonderen Künstler

Aachen: Besonderer Rückblick auf einen besonderen Künstler

„Seine Werke sind von solch einer Intensität und Farbenpracht, man meint förmlich, dass die Farben explodieren!“ Leonie Stettner von den Burtscheider Heimatfreunden ist begeistert vom Schaffen des kürzlich im Alter von 103 Jahren verstorbenen Karl Otto Götz.

Als K.O. Götz war er bereits zu Lebzeiten eine Legende der Kunst. Mit einer kleinen Ausstellung in der Geschäftsstelle Burtscheider Markt der Sparkasse Aachen würdigen die Burtscheider Heimatfreunde jetzt das Lebenswerk des Burtscheiders. „Es geht uns darum, die Verbindung des berühmten Künstlers zum Stadtteil herauszustellen“, betont Uwe Reuters von den Heimatfreunden. Götz‘ erste Adresse war das gelbe Haus an der Dammstraße 1-3/ Ecke Mühlradstraße. Von der Dammstraße zog er an die Neustraße. In der Kapitelstraße besuchte er die Grundschule, wohnte später in der Maria-Theresia-Allee.

„Die Gedanken sind frei“

Die Idee zu der Werkschau hatte Norbert Kriescher, der begeisterter Kunstfreund ist und sich besonders für Götz‘ Werke interessiert. „Manch ein Betrachter tut sich mit dieser informellen Kunst etwas schwer, weil er kein Objekt wahrnehmen kann. Aber die Gedanken sind frei, und jeder sieht etwas anderes. Das finde ich spannend“, erklärt Kriescher, was für ihn die besondere Faszination ausmacht. Seit 2015 beschäftigt er sich damit.

Zur ersten Besprechung in der Geschäftsstelle hat er eines seiner Lieblingswerke mitgebracht. „Da ist Dynamik, da greifen die Farben ineinander, verlaufen und verbinden sich neu“, sagt Kriescher. Für die Schau werden Stellwände mit zehn Arbeiten aufgebaut — allesamt Grafiken aus Privatbesitz. „Wir können natürlich nicht alles präsentieren. Es ist ein Querschnitt der letzten 20 Jahre des Schaffens von Götz“, erklärt Kriescher.

„Ich pflege ein gutes Verhältnis zu den Heimatfreunden und finde es spanend, das Werk von Götz zu beleuchten. Ich wusste vorher selbst nicht, dass er von hier ist, und je mehr ich mich über sein Schaffen informiert habe, desto mehr wurde mir der Stellenwert dieses großen Künstlers bewusst. Und so geht es vielen Burtscheidern“, erklärt Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Hubert Bindels.

„Wir waren bereits seit Anfang des Jahres in den Planungen und hatten gehofft, diese Schau noch zu Lebzeiten von Götz zu verwirklichen — und, dass er eventuell noch hätte dabei sein können. Nun sind wir zufällig die ersten in einer noch zu erwartenden Welle von Ausstellungen und Retrospektiven“, meint Pitt Hohage von den Heimatfreunden.

Um die Person Götz posthum zu ehren und den Burtscheidern bekannt zu machen, will der Verein eine Gedenktafel am Geburtshaus von Götz an der Dammstraße 1-3 anbringen. Der Eigentümer des Hauses hat bereits zugestimmt, die Anbringung der Gedenktafel ist geklärt. Nun werden Spenden gesammelt, denn die Kosten liegen bei rund 3000 Euro. „.Die Sparkasse wäre bereit, den Spendenbetrag aufzustocken, wenn noch ein Rest fehlt“, kündigte Bindels an. Wer sich an der Gedenktafel beteiligen möchte, kann eine Spende in die dazu bereitgestellte Box in der Sparkasse werfen.

Experte trägt vor

Ab heute, 28. September, sind Interessierten in der Sparkasse willkommen. Die Filiale ist montags und donnerstags von 9 bis 13 und von 14 bis 18.30 Uhr sowie dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 und von 14 bis 16.15 Uhr geöffnet. Heute findet um 19 Uhr außerdem in der Buchhandlung „Worthaus“ an der Gregorstraße 2 ein Vortragsabend über Karl Otto Götz statt. Der Aachener Experte Erich Cremer von der K.O.Götz-Stiftung gibt Einblicke ins Leben des Künstlers.

Spenden für die Gedenktafel sind möglich per Überweisung auf das Vereinskonto der Burtscheider Heimatfreunde e.V. bei der Sparkasse Aachen, IBAN DE123905000010728372 46.

(krü)