Aachen: Besinnliches zum Advent: Jecke können auch anders

Aachen: Besinnliches zum Advent: Jecke können auch anders

Singen zur Adventszeit gehört zu Weihnachten wie Glühwein und Spekulatius. Ohne das jeweils andere geht es einfach nicht. Und so vereint auch der Festausschuss Aachener Karneval (AAK) im Rahmen seines traditionellen Adventssingens unter dem Motto „Lott os senge“ jedes Jahr aufs Neue das Gesangliche mit dem Besinnlichen.

Bei aller Tradition gab es diesmal aber trotzdem etwas Neues: Statt wie bisher auf der Bühne des Weihnachtsmarktes luden die Akteure erstmals in die Citykirche Sankt Nikolaus in der Großkölnstraße ein.

Schon bevor sich die Kirche füllte, spielte der Musikzug KG Grün-Weiß Lichtenbusch vor dem Gotteshaus weihnachtliche Klassiker wie „Jingle Bells“ oder „Stille Nacht, heilige Nacht“. Manch ein Besucher, der eigentlich auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt war, entschloss sich kurzerhand, den Klängen zu lauschen und einen Blick in die Kirche zu werfen. Diese wurde von Minute zu Minute voller, bis schließlich auch die letzten verfügbaren Stühle besetzt waren.

Weihnachtslieder auf Öcher Platt

AAK-Präsident Frank Prömpeler freute sich über die vielen Öcher: „In Anlehnung an das aktuelle Sessionsmotto 2016/2017 ‚Future Lab — en Oche närrisch jeck‘ zeigen wir, dass wir auch andere Töne anschlagen können. Mit den schönsten Weihnachtsliedern auf Öcher Platt wollen wir den Menschen in diesen besinnlichen Wochen auch abseits der närrischen Bühnen Freude bereiten.“ Und kaum betrat der Instrumentalverein Hahn unter Leitung von Jörg Carabin die Bühne, richteten die Öcher ihre Brille, nahmen eine aufrechte Haltung ein, räusperten sich, um dann aus voller Brust mitzusingen.

Moderator Manfred Birmans blickte auf den großen Adventskranz und stimmte sich mit den Anwesenden ein. „Wat för en Naht“, „Nikela-Ledd“, „Droum uus Kengerzitt“ oder auch „Öcher Bösch“ wurden lautstark, aber dennoch besinnlich zum Besten gegeben. „Bekannte Weihnachtsmelodien mit Öcher Texten sind einfach die Besten“, so Herbert Gründer, der seit Jahren beim Adventssingen dabei ist. Damit sich die Stimmen zwischendurch immer wieder erholen konnten, gab es nicht nur einen leckeren Glühwein, sondern auf auf der Bühne sorgten auch lokale Sänger wie Hans Montag, Kurt Christ oder auch Hubert Aretz und Josef Henkel, die ein Duett zum Besten gaben, für weihnachtliche Stimmung am laufenden Band.

Dieter Böse und Band spielten „Wenn et Chreskengche könt“ — und neben dem „Halleluja“ von Laura und Ägid Lennartz überzeugte auch das Weihnachtsgedicht, vorgetragen von Karl Allgaier, die Besucher. Da kam der ein oder andere Besucher richtig ins Schwärmen und betonte einmal mehr: „Neä, wat sönd se schönn, de Öcher Leddcher.“