Aachen: Beratungsstellen für asylsuchende Frauen

Aachen: Beratungsstellen für asylsuchende Frauen

In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Menschen, die in Deutschland Zuflucht vor Krieg, Terror, Gewalt und Hunger suchen, enorm gestiegen. Frauen sind auf ihrer Flucht besonderen Gefahren wie körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Unterstützung und Beratung erhalten Betroffene in den Beratungsstellen der Städteregion, dem Frauennotruf und „Frauen helfen Frauen“.

Seit Juni 2016 arbeiten die beiden Anlaufstellen im Rahmen des Projekts „Niederschwelliges Beratungs- und Unterstützungsangebot für traumatisierte Flüchtlingsfrauen“ erfolgreich zusammen.

„Wir sind sehr stolz, dass wir unser Beratungsangebot in Arabisch, Kurdisch, Farsi, Französisch und Englisch anbieten können“, sagt Natalia Uslu, Projektkoordinatorin und Mitarbeiterin des Vereins „Frauen helfen Frauen“. „Die Kommunikation in der Muttersprache schafft eine gute Basis, auf der sich die betroffenen Frauen öffnen und Vertrauen zu uns aufbauen“, fügt Hevin Shamsaldin hinzu, die die Beratung in Arabisch und Kurdisch übernimmt.

Nachdem die Beratungsstellen im vergangenen Jahr gut funktionierende Kontakte im Netzwerk mit Flüchtlingsunterkünften, Gleichstellungsbeauftragten und Behörden aufgebaut haben, ziehen sie jetzt eine erste Projektbilanz: Der Frauennotruf verzeichnete Beratungsgespräche zu zwölf Flüchtlingsfrauen, „Frauen helfen Frauen“ berichtet von 30 Klientinnen seit Projektbeginn. Die Mitarbeiterinnen beraten zu den Schwerpunkten häusliche und sexuelle Gewalt. Aber auch Fragen zu Aufenthaltsrecht, Wohnsituation und Sprachkursen bleiben nicht unbeantwortet.

„Die Frauen sind sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Sie wissen, dass die Sprache den Zugang zur Gesellschaft sichert“, betont Hevin Shamsaldin.

Im laufenden Jahr soll die Projektarbeit neu strukturiert und noch besser an die Belange der Flüchtlingsfrauen angepasst werden. Unter anderem ist ein Gruppentreff in der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ geplant. Das bestehende Beratungsangebot, mit zahlreichen Infoveranstaltungen und Schulungen für Mitarbeiterinnen, bleibt weiterhin bestehen.

Denn obwohl die Zahl der ankommenden Flüchtlinge aktuell sinkt, sei es wichtig, die Frauen, die bereits hier sind, gezielt zu betreuen. „Die Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse erfolgt nach der Ankunft erst sehr spät“, berichtete Bettina Cyriax, Beraterin des Frauennotrufs, „Nachfrage und Notwendigkeit des Angebots sind deshalb nach wie vor sehr groß.“

Gefördert wird das Projekt noch bis Dezember 2017 mit 30.000 Euro im Jahr durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW.

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