Aachen: Bem-vindo, Rio! Samba zaubert die Sonne herbei

Aachen: Bem-vindo, Rio! Samba zaubert die Sonne herbei

Man stelle sich vor, in Aachen beginnt der CHIO, und es regnet? Nicht! Selbst die hartgesottensten Pferdefreunde blickten gestern Abend beim Empfang auf dem Aachener Marktplatz beinahe ungläubig Richtung Himmel. Doch jeder vorsichtshalber eingepackte Regenschirm konnte in der Tasche bleiben. Es wollte einfach kein Tropfen fallen.

Vielleicht liegt es ja an den südamerikanischen Gästen, die in diesem Jahr das Weltfest des Pferdesports mit Samba, Sonne und einem Spitzenprogramm bereichern.

„Bem-vindo, Rio de Janeiro - Willkommen, Rio!” schallte es um kurz vor 18 Uhr gestern Abend über den Platz. Tausende Besucher freuten sich auf das rassig-bunte Spektakel. Und Moderator Volker Raulf hatte dem „besten Publikum der Welt” nicht zu viel versprochen. In der Soers gestartet, bahnte sich ein Pferde- und Kutschenkorso den Weg durch die Massen. Vorneweg die Aachener Stadtreiter. ALRV-Präsident Carl Meulenbergh hatte sich prominente Mitwinker in die Kutsche geladen: Neben ihm saßen das brasilianische Springreiter-Vater-Sohn-Gespann Nelson und Rodrigo Pessoa - beide Gewinner des Großen Preises von Aachen - sowie Springreiter Alfonso Miranda de Neto.

„Der CHIO ist das schönste Turnier der Welt”, verteilte Rodrigo Pessoa artig Komplimente. Dass nun Rio Partnerregion des Reitturniers sei, mache ihn unglaublich stolz. „Ich trage Aachen immer im Herzen”, waren seine letzten Worte ins Mikro. Und die Zuhörer jubelten.

Kurz schlug das Applaus-Barometer sogar noch ein wenig weiter aus. Die brasilianischen Gäste präsentierten zu flotten Rhythmen ihre heimischen Gangpferde, die Mangalarga Marchadores, sowie die berühmten Pferde der Gauchos, die Criollos. Und was wäre Brasilien ohne Samba? „Bitte anschnallen. Und halten Sie Ihre Männer fest”, warnte Moderator Raulf die Damen, denn die leicht bekleideten Sambatänzerinnen der „Grande Rio Samba School”, eine der berühmtesten Samba-Schulen Rios, geizten nicht mit ihren Reizen. Copacabanas Sandstrände tauschten sie kurzerhand gegen Aachener Kopfsteinpflaster ein. Doch selbst auf rekordverdächtig hohen Absätzen wirbelten die zehn Brasilianerinnen umher, dass es nur so sprühte. „Das war nur ein Vorgeschmack”, sagte Raulf. „Am Dienstag sehen sie 200 Tänzerinnen und Tänzer.”

Und wenn doch trotz anderer Absprachen ein Schauer den CHIO erwischt? Auch egal, befand Oberbürgermeister Marcel Philipp. Denn: „Hier regnet es einfach schöner als in anderen Städten.”

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