Aachen: Bejubelte Premiere beim „Öcher Verzäll“

Aachen: Bejubelte Premiere beim „Öcher Verzäll“

Die Aufführungen der Aachener Theatervereine erfreuen sich stes allgemeiner Beliebtheit. Das zeigt sich alljährlich allein schon beim starken Besuch der Premierenabende. So auch wieder an diesem Wochenende beim Verein für Theateraufführungen in Öcher Platt - Öcher Verzäll.

Der Brüsselsaal im Eurogress war bis zur letzten Reihe besetzt. Und die Erwartungen des Publikums wurden nicht enttäuscht. „Wenn et jät ze erve jet“ heißt die turbulente Komödie, die die Spielschar in der Regie von Hans Bost darbot. Wie es im Leben so ist, wenn es etwas zu erben gibt, so mangelt es nicht an Begierigen, dieses Erbe anzutreten.

30 Jahre ist es her, dass der Möbelfabrikant Lejjenad Beäßel, genannt „Lenni“ (Bernd Müller) nach Amerika ausgewandert ist. Jetzt erhalten seine besten Freunde, der Rentner Fränz Noppenei (Leo Lauscher) und seine Frau Liss (Jette Meis) einen Brief aus Übersee, dass „Lenni“, getarnt als ein Vermögensverwalter, bei ihnen auftauchen wird, um in Europa nach möglichen Erben zu suchen. Für Fränz und Liss bringt das zunächst ein bisschen Ruhe in den täglichen Ehekrieg, dessen Schimpfkanonaden ein wahres Lexikon deftiger Beleidigungen in Öcher Platt sein könnten. Das Publikum aber reagierte dabei wie gewohnt mit Beifall auf offener Szene. Und so liegen sich auch letztlich Fränz und Liss wieder zärtlich in den Armen, schließlich könnten sie vielleicht auch als Erben in Frage kommen.

Doch da gibt es noch viele Anwärterinnen. Als Erste auch Steffi Klinkenberg (Wilma Kmieckowiak), die als verwaistes Patenkind bei den Noppeneis im Hause lebt und in Kürze Pitt Döppejesser (Manni Rozenboom) heiraten will - bis „der Ami“ kommt und sie sich hoffnungslos verliebt. Als weitere Kandidatinnen für das Erbe sehen sich schon die Hebamme Zisska Schleätrejm (Helma Vorhagen), die Kriemersche Josi Kroof (Gerti Rozenboom) und eine Hausfrau mit vier Töchtern Trütt Kroschel (Manuela Panzer), die sich ebenfalls gegenseitig wenig zimperlich beschimpfen. Als weiterer Debütant wirkt Mark Kmieckowiak als Taxifahrert Jupp Kniesskopp mit. Doch was sich dann so alles ereignet, bis der große Auftritt des „Amis“ folgt, sollte jeder selbst erleben. Das Publikum applaudierte anhaltend und schwenkte zum Vereinslied: „Stöcksjer op Öcher Platt“ im Takt die Arme in der Höhe. Bei der Premierenfeier gratulierte die Öcher Troubadoure und stellten auch ihr neues Lied zum Karlsjahr vor: „Aachen, du Stadt, die uns so gut gefällt“.

Weitere Aufführungen im Kulturzentrum Frankental, Stolberg: an den Wochenenden 19., 20., 26. und 27. Oktober sowie 30. November. Beginn: samstags 19 Uhr und sonntags 18 Uhr. Kartenvorverkauf in Stolberg: Öcher Verzäll, Trockener Weiher, 02407-20697, Leufgens GmbH, Rathausstr. 66, 02402-959611, Reisewelt Hubo, K.-Adenauerstr. 116, 02402-864204.

(tis)