Aachen: Begnadeter Botschafter des Glaubens

Aachen: Begnadeter Botschafter des Glaubens

Seine steinernen Botschaften werden noch lange, lange an ihn erinnern: Der Aachener Bildhauer Klaus Iserlohe ist vor wenigen Tagen im Alter von 82 Jahren gestorben. Zahlreiche Kirchen in ganz Deutschland sind von seinem dynamischen und enorm bilderreichen Stil geprägt.

Iserlohe schuf eine Vielzahl von Altarplatten und Ambonen, so nennt man die sakralen Pulte zur Verlesung der Heiligen Schrift, sowie Sakramentshäuser, kunstvoll gestaltete Behältnisse für Messweine und Hostien.

Seine Werke sind sowohl im Aachener Dom als auch in bedeutenden Gotteshäusern der Stadt wie Heilig Kreuz, St. Jakob und St. Foillan zu bewundern. Auch durch die Schaffung von zwei Statuen für die Rathaussfassade - sie stellen Benedikt von Aniane, den Gründer der Abtei in Kornelimünster, und Abt Wibald von Stablo dar - bleibt sein Name aufs Engste mit der reichen Kultur- und Kirchenhistorie Aachens verbunden. Iserlohe wurde am 20. September 1928 in Wermelskirchen geboren.

In München studierte er Bildhauerei und tat sich früh als ungemein vielseitiger und vom Glauben an die christliche Offenbarung durchdrungener Gestalter hervor. Ab 1953 arbeitete Iserlohe als einer der kreativen Köpfe in der weltweit angesehenen Kölner Dombauhütte, bis er 1958 dem Ruf des damaligen Dombaumeisters Dr. Leo Hugot nach Aachen folgte. Über Jahrzehnte hinweg prägte er die moderne sakrale Kunst in ganz Deutschland maßgeblich mit, blieb als Person indes stets im Hintergrund. Am 16. März wurde Klaus Iserlohe auf dem Westfriedhof zu Grabe getragen.

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