Bedeutung des Aachener Fußball-Stadions

Neue Talk-Reihe mit Experten : Endlich ein Zuhause für die Alemannia-Familie

Die neue Veranstaltungsreihe „FußballTalk im Klömpchensklub“ rückt den Tivoli in den Mittelpunkt. Das Stadion soll in seiner Bedeutung gefördert werden. Experten und Ehemalige beleuchten zahlreiche Aspekte. Den Auftakt machen unter anderem die frühere Spieler Reiner Plaßhenrich und Thomas Stehle.

Am vergangenen Samstag konnte man bestens beobachten, was für ein emotional aufgeladenes Stadion der Tivoli sein kann – wenn er die Chance dazu bekommt. Vergangenheit pflegen und – was noch wichtiger ist – Zukunft mitgestalten lauten die ambitionierten Ziele, die sich ein Trio aus dem Alemannia-Umfeld gesteckt hat. Die Initiatoren kommen aus unterschiedlichen Richtungen, sind aber geeint in dem Ansinnen, der Alemannia und ihrem Stadion wieder zu mehr Identität und emotionaler Verwurzelung zu verhelfen. Einer von ihnen ist Alois Poquett, und der sagt: „Eine Familie braucht ein Haus zum Wohnen, und für die Alemannia-Familie ist dies der Tivoli.“ Um aus Einzelideen ein Konzept zu schmieden, haben sie ein neues Format entwickelt: den „FußballTalk im Klömpchensklub“. Die innere Verbindung vieler Fans zu „Tivoli II“ ist bei vielen Fans offensichtlich  immer noch nicht so wie zu „Tivoli I“. Das soll sich ändern.

Mitstreiter Poquetts, die in Zeiten des zarten Aufschwungs die emotionale Seite des Vereins pflegen wollen, sind Fred Tribbels als großer Fan und Förderer der Jugendarbeit im Verein sowie Bernhard Deil. Der ist als Stadionmanager im Dienst der Aachener Beteiligungs-Gesellschaft von Berufs wegen am Erfolg der Alemannia und einer effektiveren Nutzung des Stadions interessiert, hat aber als Privatmann auch ein Herz für den Klub. Ihnen geht es nicht um nostalgische Schwärmereien, sondern darum, einerseits wieder eine Vereinskultur aufzubauen, andererseits aber auch den Wert des Stadions als großes Marketinginstrument zu heben. Der „FußballTalk“ soll auf diesem Weg helfen und Bewusstsein dafür schaffen, was im und mit dem Tivoli alles möglich ist.

Dass die neue Reihe im Klömpchensklub stattfindet, ist quasi naturgegeben, denn das Vereinslokal im Stadion trägt nicht nur Tradition im Namen und Interieur, es ist auch so etwas wie ein identitätsstiftender Ort im „neuen“ Stadion. Genau in diesen Tenor passen beispielsweise zwei Hauptakteure des ersten Abends am Montag, 19. August, ab 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Nach der Präsentation der Konzeptreihe gibt es eine Einleitung mit bewegten Bildern aus dem Eröffnungsjahr des Stadions vor zehn Jahren. Dann folgt eine erste Gesprächsrunde mit Reiner Plaßhenrich und Thomas Stehle, zwei durchaus legendären Spielern der Aufstiegs- und Erstligamannschaft. Für eine zweite Talkrunde haben Horst Heinrichs (Präsident 2002 bis 2009) und der aktuelle Präsident Martin Fröhlich (seit 2017) bereits zugesagt, Alfred Nachtsheims Teilnahme (2009 bis 2012) ist wahrscheinlich. Insidern wird auch der Name Ralph Gunesch noch etwas sagen, der zwar für Alemannia nur zwei Profispiele bestritt, unter anderem für den FC St. Pauli aber 190.

Alemannia-Seele pflegen

Die Reihe will ein Stück Alemannia-Seele revitalisieren, versteht sich aber auch als Instrument zur Förderung der Alemannia-Jugend. Die liegt Fred Tribbels ganz besonders am Herzen. Ihm tut es in der Seele weh, dass die Mannschaften auf auswärtigen Plätzen trainieren und spielen müssen. Er sieht dadurch nicht nur eine räumliche Distanz zum Tivoli. Tribbels ist auch davon überzeugt, dass eine Einnahmequelle ungenutzt bleibt: „Bei den Spielen gegen die großen Klubs mit Erstvertretungen in der Bundesliga könnten durchaus 400 bis 500 Zuschauer kommen. Und die Einnahmen aus diesen Spielen könnte man wunderbar in einen Fonds zur Anlage eines Platzes für die Jugend fließen lassen.“ Die Spiele könnten durchaus im Hauptstadion stattfinden. Neue Plätze werden dennoch dringend benötigt.

Es sind also mehrere Ziele, die die „Gespräche rund um Tivoli und Alemannia“ anschieben könnten. Nicht zuletzt geht es aber auch um Geselligkeit und Unterhaltung, denn im Klömpchensklub gibt es bei freiem Eintritt fußballtypische Verpflegung zu  fairen Preisen. Der Klömpchensklub spendiert selbst 19 Prozent des Umsatzes für die Jugend. Und Alois Poquett, der über den sozialen Hilfsverein Wabe die Fankneipe betreibt, hofft, dass die Besucher auch den ein oder anderen Spenden-Euro für die künftige Förderung der Alemannia-Jugend übrig haben.

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