Aachen: Bald rollen Bagger für „CHIO-Brücke” an

Aachen: Bald rollen Bagger für „CHIO-Brücke” an

Am Dienstag wird sie noch einmal in Frage gestellt: Im Bürgerforum plädiert ein Bürger für „den Nichtbau” einer neuen Fußgängerbrücke vor dem neuen Tivoli. Doch tangieren wird dies das schmucke Bauwerk nicht mehr.

Die Verwaltung wird den Bürgerantrag ablehnen, weil eine solche (Über-)Querung der Krefelder Straße zum einen laut Gutachten aus verkehrlichen Gründen zwingend notwendig und zum anderen der Bauauftrag längst erteilt ist.

Deshalb wird in Kürze gebaut: Am 14. März sollen laut Verwaltung vor dem Fußballstadion die Bauarbeiten an der Brücke beginnen, die dann „CHIO-Brücke” heißen wird, weil der ALRV 150.000 Euro zu dem 1,95 Millionen Euro teuren Projekt hinzuschießt. 650.000 Euro fließen als Zuschuss vom Land, 1,15 Millionen stemmt die Stadt aus eigenen Mitteln.

Futuristischer Entwurf

Genau wegen der Kostenfrage hatte das Bauwerk schon für Schlagzeilen gesorgt, lange bevor ein erster Spatenstich in Sicht war. 800.000 Euro waren zunächst in den städtischen Etat eingestellt, für eine einfache Brücke. Dann votierte die Politik für den futuristischen Entwurf der Architekten Hahn/Helten, und die Kosten galoppierten davon. Bei der Ausschreibung lagen die Angebote deutlich über 2,5 Millionen Euro, weshalb die Stadt die Notbremse zog. Die Brücke, die da noch Tivoli-Brücke hieß, war nicht nur in Frage gestellt, sie war beerdigt.

Bloß war sie nach wie vor „für eine sichere und leistungsfähige Abwicklung der Verkehre bei Großveranstaltungen zwingend erforderlich”, wie nicht nur der Gutachter urteilt, sondern auch Polizei und Verkehrskadetten aus ihrer Erfahrung bei gutbesuchten Alemannia-Heimspielen bekräftigen.

Doch die Suche nach einem „Plan B” führte wieder zurück zum Hahn/Helten-Entwurf einer schwebenden Brücke mit einem 65 Meter hohen Pylon als „Hingucker” an der Krefelder Straße. Und es klang wie ein Rechenwunder: Denn die vermeintliche „Luxus-Brücke” sollte nun plötzlich für die Stadt „ein paar hunderttausend Euro günstiger werden als jede andere Variante”, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp im vorigen Sommer bekräftigte.

Die Gründe dafür: Es fließen für diesen Entwurf Landeszuschüsse, weil auch Radfahrer die Brücke passieren können, die Architekten sparten nach Kräften, und der ALRV beteiligt sich finanziell. Außerdem mussten so die 300.000 Euro Planungskosten, die man ja eh schon in den Soerser Sand gesetzt hatte, nicht noch einmal ausgegeben werden, rechnete die Stadt seinerzeit vor.

Nun kommt die Probe aufs Exempel: In den nächsten zwölf Monaten - solange wird an der Brücke gebaut - wird sich zeigen, ob der „unumstößliche Kostenrahmen” von 1,95 Millionen Euro nicht doch ins Wanken gerät. Gekippt wurde seit dem vergangenen Sommer zumindest der erste, recht optimistische Zeitplan des ALRV, der auf eine Fertigstellung des Bauwerks bereits zum CHIO 2011 gehofft hatte. Doch immerhin dürfte es für das übernächste Reitturnier reichen. Bis zum Frühjahr 2012 wolle man die Brücke fertig haben, teilte die Stadt am Montag mit.

Bauarbeiten: Die Linksabbiegerspur fällt weg

Wenn am 14. März Bauarbeiter und Bagger an der Krefelder Straße anrücken, um vor dem neuen Tivoli mit dem Bau der Fußgängerbrücke zu beginnen, wird die Baustelle naturgemäß auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben. Allerdings sollen sich laut Stadt die Beeinträchtigungen für die Autofahrer in überschaubaren Grenzen halten.

Gesperrt wird mit Baubeginn auf der Krefelder Straße stadtauswärts die Linksabbiegerspur, die in die ALbert-Servais-Allee führt. Abbiegen könne man dort aber dann gleichwohl noch, betont Axel Costard vom städtischen Presseamt auf Anfrage. Über die gesamte Bauzeit hinweg sollen in beide Richtungen stets jeweils zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen.