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Brückenneubau: Bahn baut überraschend Barrieren ein

Brückenneubau : Bahn baut überraschend Barrieren ein

Die Erneuerung einer baufälligen Eisenbahnbrücke kurz vor dem Nirmer Tunnel ist aus Sicht vieler Eilendorfer gründlich danebengegangen. Wo zuvor eine breite Unterführung das bequeme Durchkommen möglich machte, gibt es jetzt nur noch eine schmale Röhre. Einziger Trost: Nach Angaben eines Bahnsprechers soll es sich dabei nur um ein Provisorium handeln.

Klarer Fall von Verschlimmbesserung, urteilen viele Eilendorfer über die Baustelle im Bereich der Straße Am Tunnel. Denn seit gut zwei Monaten ist die Unterführung wegen der Bauarbeiten komplett gesperrt, und wie es aussieht, wird sie auch so bald für Radfahrer oder Rollstuhlfahrer nicht mehr in gewohnter Weise zu nutzen sein. Denn der einstmals glatt asphaltierte und ebenerdige Weg wird nun überraschend und ohne nachvollziehbaren Grund durch Treppenstufen ersetzt.

„Wer hat sich denn eine solche Planung einfallen lassen? Geht ja gar nicht“, ärgern sich Anwohner, die die Strecke bislang als praktische Verbindung in Richtung Verlautenheide oder auch ins Gewerbegebiet Aachener Kreuz genutzt haben. Vor allem bei Radfahrern war sie geschätzt, weil sie relativ steigungsarm ist. „Als Radweg ist sie jetzt natürlich nicht mehr nutzbar, und barrierefrei ist sie auch nicht“, heißt es in einem Beitrag auf einer Eilendorfer Facebook-Seite, „Menschen mit Kinderwagen oder Rollator dürften da ihre Probleme haben.“

Vom Einbau der Stufen zeigte man sich nun auch auf städtischer Seite überrascht. Zuständig für die Baustelle sei aber einzig die Bahn, heißt es seitens des Presseamts. Auf Anfrage betont ein Bahnsprecher hingegen, dass sämtliche Planungen mit der Stadt abgestimmt seien. Den Grund für die Stufenvariante konnte er auf die Schnelle allerdings auch nicht nennen. Zugleich betont er aber, dass es beim jetzigen Zustand nicht bleiben soll.

„Das ist jetzt nur ein Provisorium“, sagt der Bahnsprecher und fügt hinzu, dass Baustellen nie schön seien. Nach Abschluss der Sanierung soll die Unterführung wieder durchgängig befahrbar sein, verspricht er. Nicht nur Fahrräder und Rollis, sondern auch landwirtschaftliche Fahrzeuge und Pkw kämen dann wieder durch. Bis dahin müssen sich die Eilendorfer allerdings noch gedulden: Erst Ende 2021 soll die neue Brücke fertig sein.