1. Lokales
  2. Aachen

Umbauarbeiten am Marienhospital: Babyklappe bleibt zwei Jahre geschlossen

Umbauarbeiten am Marienhospital : Babyklappe bleibt zwei Jahre geschlossen

Die Babyklappe am Marienhospital ist wegen Bauarbeiten rund um das Krankenhaus für zwei Jahre lang nicht erreichbar. Fünf Kinder sind in den vergangenen 20 Jahren abgegeben worden.

Die Babyklappe am Marienhospital Aachen wird ab Montag, 27. Januar, für wahrscheinlich 24 Monate geschlossen bleiben. Grund dafür sind die Bauarbeiten, die momentan rund ums Burtscheider Krankenhaus stattfinden. „Aufgrund der Errichtung des Neubaus im Innenpark ist diese Entscheidung leider unausweichlich“, erklärt Krankenhaussprecherin Mareike Feilen. Der Zugangsweg zur Babyklappe werde durch die Baustelle versperrt.

Die Babyklappe am Marienhospital ist nach Informationen des Krankenhauses die einzige in Aachen und der näheren Umgebung. Sie wurde 2001 auf Wunsch von Aachener Kommunalpolitikern eingerichtet.

Hintergrund dessen war seinerzeit der Fund einer Babyleiche im Aachener Kreisgebiet. Müttern, so war man damals in Aachen überzeugt, sollte man in Ausnahmesituationen die Möglichkeit eröffnen, ein Kind nach der Geburt straffrei in einem Krankenhaus abzugeben statt es unversorgt irgendwo auszusetzen. Außerdem soll durch die Babyklappe auch zum Ausdruck gebracht werden, dass das Krankenhaus bereit ist, jungen Müttern in Notsituationen zur Seite zu stehen.

Idealerweise kommen werdende Mütter schon vor der Entbindung zum Krankenhaus, um sich Hilfe zu holen. Umstritten waren solche Klappen zeitweise, weil man befürchtete, aufgrund der ungeklärten Identität der Kinder juristische Probleme zu bekommen. Doch, so war man sich im Marienhospital stets sicher, sei das Recht auf Leben der Kinder höher zu bewerten als das Recht auf das Wissen um die Herkunft. Seit der Einrichtung der Babyklappe vor knapp 20 Jahren sind in Burtscheid fünf Säuglinge abgegeben worden, sagt Mareike Feilen, zwei davon erst im vergangenen Jahr.

Als Alternative zur Babyklappe bleibt Müttern wie zuvor auch die Möglichkeit zur anonymen und vertraulichen Geburt, „im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften“, sagt Mareike Feilen.