Aachen: B258: Nur ein bisschen vierspurig

Aachen: B258: Nur ein bisschen vierspurig

Maximalausbau oder Sparvariante? Lärmschutzwände oder nicht? Die Debatte um den Ausbau der Monschauer Straße (B258) zwischen Autobahnanschluss Lichtenbusch und Relais Königsberg kommt seit Jahren daher wie eine unendliche Geschichte. Nun, hoffen alle Beteiligten, soll das Großprojekt, das immer wieder für Verstimmungen zwischen Stadt, Städteregion und Landesbetrieb Straßen.NRW gesorgt hat, Fahrt aufnehmen.

Allerdings: Los geht es erst einmal gemächlich im ersten Gang. Denn alle Akteure beabsichtigen, Druck vom Kessel „Monschauer Straße“ zu nehmen. Und das soll durch eine von Beginn an intensive Beteiligung der Bürger vor Ort geschehen. Das bedeutet aber auch: Der Weg bis zum Ausbau zieht sich. Vor 2019 ist mit der Fertigstellung eines ersten Abschnitts nicht zu rechnen.

Es ist das, was man gemeinhin einen Kompromiss nennt, den am Mittwochnachmittag Regierungsbaudirektor Bernd Egenter von Straßen. NRW der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim vorstellte. Wobei sich alles noch in der „Vorplanungsphase“ befindet und es bis zu einem Planfeststellungsverfahren inklusive Bürgerbeteiligung noch ein Weilchen dauern wird. Denn erst 2016 kommen die Zahlen der derzeit laufenden Verkehrszählung. 2012 wurden zwischen Autobahn und Pascalstraße knapp 27.000 Fahrzeuge gezählt, auf dem Stück von dort bis Kalkhäuschen 17.500 und weiter bis Relais Königsberg knapp 21.000. Bis 2025 soll da noch einiges an Blech dazukommen, so die Prognosen.

Derzeit sehen die Pläne des Landesbetriebs so aus: In besagtem ersten Teilstück soll es von der Autobahn bis Kesselstraße/Nerscheider Weg vierspurig vorwärts gehen, ab da bis Kalkhäuschen — teils in die eine, teils in die andere Richtung —dreispurig und im letzten Teilstück wieder vierspurig. Damit ist Straßen.NRW vom einstmals favorisierten komplett vierspurigen Ausbau abgerückt. Diese Variante war in der Stadt auf heftigen Widerstand gestoßen. Sie befürchtete dadurch massive Belastungen für die Anwohner entlang der Monschauer Straße. Bewohner aus der Südeifel beklagen hingegen seit langem die Staus zu den Stoßzeiten morgens (stadteinwärts) und am frühen Abend (stadtauswärts) — vor allem bei Oberforstbach.

Bereits einige Stunden vor Egenters Vortrag hatten nun OB Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg aus gegebenem Anlass die Presse geladen, um die derzeitigen Pläne zu kommentierten. „Der Verkehrsfluss ist nicht optimal“, gibt OB Philipp zu. Ein vom Landesbetrieb in Auftrag gegebenes Gutachten hatte ergeben, dass von 2012 bis 2025 ein Zuwachs des Pkw-Verkehrs um sieben Prozent zu erwarten sei (0,5 Prozent pro Jahr), beim Güterverkehr sollen es sogar 33 Prozent sein (2,2 Prozent pro Jahr). Die Stadt scheint sich nun mit der Kompromisslösung angefreundet zu haben. Viele gute Gespräche habe es im Laufe des letzten Jahres mit dem Landesbetrieb gegeben, betonten Philipp und Etschenberg unisono. Die nun vorgestellten Pläne bewerten beide als gute Grundlage. Die Sorgen und Ängste der Menschen vor Ort ernst nehmen, das hat sich Jakob von Thenen, Bezirksbürgermeister von Kornelimünster/Walheim, auf die Fahne geschrieben: „Wir haben verstanden, dass wir bei solchen Projekten die Bürger frühzeitig mit ins Boot nehmen müssen.“ Eine breite Beteiligung wird im weiteren Prozess folgen.

Bernd Egenter ging unterdessen noch auf den Lärmschutz ein. Der Asphalt im Bereich der Bebauung wird „lärmoptimiert“ sein. Dazu soll es Lärmschutzwände und/oder -wälle geben. Obere Etagen in Wohnhäusern könnten zudem mit speziellen Lärmschutzfenstern und lärmschluckender Dachisolierung ausgestattet werden, damit die Lärmgrenzwerte in den Räumen nicht überschritten werden. Aber auch das ist alles noch in der „Vorplanung“.