Aachen: AWO: Gabriele Niemann-Cremer reicht den Stab an Özgür Kalkan weiter

Aachen: AWO: Gabriele Niemann-Cremer reicht den Stab an Özgür Kalkan weiter

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Karl Schultheis, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des AWO-Kreisverbands Aachen-Stadt, jetzt AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer verabschiedet.

In Anwesenheit von Ursula Terhart, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes, und Niemann-Cremers designiertem Nachfolger Özgür Kalkan wurde die 63-jährige nach 23 Jahren bei der Arbeiterwohlfahrt, davon sieben als Geschäftsführerin, in den wohlverdienten Ruhestand entlassen.

Die Tätigkeit in der Kita „Mittendrin“ in der Goerdelerstraße hatte für Niemann-Cremer vor zwei Jahrzehnten den Startschuss für eine turbulente Zeit bedeutet. Schnell wirkte sie in der Fachberatung mit und setzte sich für die Kitas der AWO das Ziel, eine „kleine Welt mit dem Fokus auf Begabungen und Stärken“ zu schaffen. Nachdem sie diesen Standard verwirklichen konnte, erarbeitete sie mit Schulamt und Jugendamt Konzeptionen für mittlerweile 16 OGS-Abteilungen verschiedenster Schulen in Aachen. Unter der Regie von Niemann-Cremer wurden aus Tagesstätten Begegnungsstätten und Begegnungszentren.

Doch die Leistungen der langjährigen Geschäftsführerin reichten noch viel weiter, wie Schult-heis betonte. Intern strukturierte sie vieles zum Positiven um. „Der Kreisverband erfuhr eine Modernisierung, die Verwaltung wurde komplett durchorganisiert, und Arbeitsabläufe liefen transparenter ab“, lobte Schultheis beim Blick zurück die Errungenschaften der scheidenden Geschäftsführerin.

Ein echter Kulturschock

Gabriele Niemann-Cremer betonte, dass „der Verband heute ein anerkannter und guter Sozialverband“ sei. In Zahlen gesprochen sind 200 Mitarbeiter, 1400 Mitglieder und rund 200 Ehrenamtler Teil dieses Sozial- und Wohlfahrtsverbandes. Unter den verschiedenen Gruppen sei das Verhältnis so gut wie nie. So konnte sie getrost den Stab an Özgür Kalkan weiterreichen, der ihre Nachfolge am 1. Januar antritt. Der gebürtige Düsseldorfer ist bereits seit sechs Jahren Teil der AWO und erlebte bei seinem Einstieg einen echten „Kulturschock“, wie er erzählte. Aus einem japanischen Maschinenbau-Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf kommend, war das Engagement im Sozialverband für Kalkan etwas vollkommen Neues. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit habe er die AWO und deren breites Tätigkeitsspektrum jedoch „kennen und lieben gelernt“.

Diese Eingewöhnungszeit wird Kalkan als Geschäftsführer nun nicht haben. Mit der im Bau befindlichen Kita „Guter Freund“, der AWO Dienstleistungs- und Verwaltungs-GmbH, der Eröffnung der Tagespflege sowie einem in fernerer Zukunft geplanten Neubau der Kreisverbands-Geschäftsstelle stehen dem 41-jährigen Betriebswirt eine Fülle von Aufgaben und Projekten bevor.

Auf Gabriele Niemann-Cremers Beistand muss er dann leider verzichten. Für sie heißt es jetzt erst einmal „Pause machen und Sortieren“. Doch so ganz hat sie dann auch keine Lust auf ständige Ruhe im Ruhestand. Niemann-Cremer bleibt Vorsitzende des Vereins „Betreute Grundschulen“ und wird das Ziel einer adäquaten Kinder-Betreuung weiter verfolgen.

(lak)