Autofahrer sollten in Aachen besonders auf Rehe achten

Gemeindeforstamt warnt : In der Brunftzeit steigt die Gefahr von Wildunfällen

Augen auf im Straßenverkehr: Das gilt für Autofahrer zurzeit vor allem auch in Waldabschnitten. Gerd Krämer, Leiter des Aachener Gemeindeforstamts, warnt vor „liebesblinden“ Rehen, die in diesen heißen Sommertagen auch zur Mittagszeit die Straße queren können.

Normalerweise sind Rehe nur morgens und in der Abenddämmerung aktiv. Es sei denn, die Hormone gehen mit ihnen durch. Was zurzeit durchaus der Fall ist, wie Krämer bestätigt. „Wenn es heiß ist, ist Paarungszeit“, sagt er. Und wenn der Rehbock die Ricke oft über mehrere Kilometer hinweg treibt, dann könnten auch schon mal die üblichen Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen werden. Somit sei auch tagsüber mit Wildwechseln zu rechnen.

Für die Autofahrer bedeutet das: vorsichtig fahren und bremsbereit sein. „Die Fahrzeugführer sollten im Juli und August immer daran denken, dass mit einigem Abstand einer über die Straße wechselnden Ricke noch der Bock oder das Kitz folgen könnte“, warnt der Deutsche Jagdverband auf seiner Internetseite. Erfahrungsgemäß steigt während der Brunftzeit von Mitte Juli und Mitte August die Anzahl der Wildunfälle. Deutschlandweit gebe es davon pro Jahr etwa 200.000, sagt Gerd Krämer. In Aachen weise die Statistik jährlich zwischen fünf und zehn Unfälle mit einem Reh auf.

Sollte es tatsächlich zum Zusammenstoß mit einem Wildtier kommen, muss die Verkehrsstelle wie bei jedem Unfall üblich gesichert werden, sagt Krämer. Wenn das Tier erkennbar tot ist, könne man es auch zur Seite ziehen, um weitere Unfälle zu vermeiden. „Aber nur, wenn man sich damit nicht selbst in Gefahr bringt“, betont der Leiter des Gemeindeforstamts. Anschließend müsse man die Polizei verständigen, die wiederum mit dem Jäger Kontakt aufnimmt. Der Polizeibericht werde zudem für die Versicherung benötigt. Ganz wichtig: Das Wildtier dürfe der Autofahrer selbst nicht mitnehmen – weder zum nächsten Tierarzt, noch zum Jäger, bekräftigt Krämer.

Nicht nur Autofahrer sollten besonders aufmerksam sein. Auch Hundehalter sollten darauf achten, dass ihre Tiere im Wald immer auf den Wegen bleiben. Diese Regel gelte, betont Krämer, allerdings nicht nur in der Paarungszeit der Rehe.

(akas)