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Autobahn A544 zum Europaplatz Aachen fast zwei Jahre gesperrt

Brücke zum Europaplatz : A544 nach Aachen wird fast zwei Jahre voll gesperrt

Die A544 vom Autobahnkreuz Aachen zum Europaplatz wird während des Neubaus der maroden Haarbachtalbrücke komplett gesperrt. Dann wird eine der wichtigsten Zufahrten in die Stadt abgebunden. Ein Verkehrschaos wird befürchtet.

Die bundeseigene Autobahngesellschaft hat eine Vollsperrung der A544 während des Neubaus der Haarbachtalbrücke zwischen Aachen-Europaplatz und Autobahnkreuz Aachen beschlossen. Nur die Auffahrt Würselen in Fahrtrichtung Köln soll während der Zeit der Sperrung genutzt werden können. Sie soll Ende 2023 beginnen und 22 Monate andauern. Darüber informierten Vertreter der bundeseigenen Autobahngesellschaft am Freitag nach Informationen unserer Zeitung Vertreter des Landesverkehrsministerium, aus der Landes- und Bundespolitik sowie Stadt und Städteregion Aachen. „Das kann nur ein völliges Chaos geben“, sagte einer der Informierten gegenüber unserer Zeitung. Die Öffentlichkeit soll demnach in der kommenden Woche umfassend informiert werden.

Solange keine neuen Schäden an der Brücke auftreten, bleibt bis zum Baubeginn der neuen Brücke die aktuelle Verkehrssituation mit einer Fahrspur in beide Richtungen erhalten. Dass die Haarbachtalbrücke schwere Schäden aufweist und neu gebaut werden muss, ist seit Jahren bekannt. Die sogenannte Restnutzungsdauer der 1955 gebauten Brücke ist bereits seit 2014 abgelaufen. Ihr Zustand muss seitdem in immer kürzeren Intervallen überprüft werden. Doch die Planungen der neuen Brücke lagen wegen Ingenieurmangels in der zuständigen Behörde lange brach.

Vor allem die Korrosion des Spannstahls in der Stahlverbundbrücke bereitet nach früheren Angaben der Prüfer den Verantwortlichen bei der Autobahn GmbH die größten Sorgen. Die Schäden sind inzwischen so groß, dass die Autofahrer sie längst zu spüren bekommen: Der Verkehr darf schon seit Dezember 2021 nicht mehr uneingeschränkt fließen. Um die Brücke zu entlasten, wurde zunächst eine Spur in Fahrtrichtung Köln gesperrt. Ein halbes Jahr später, im Juli, wurde auch die andere Fahrtrichtung einspurig. Aktuell darf nur noch die Mitte der Brücke überhaupt befahren werden.

Dennoch bedeutet eine Vollsperrung vor allem für Pendler und Zulieferer für das Gewerbegebiet Rothe Erde, dass sie sich eine neue Route für ihre Fahrt in die Stadt suchen müssen. Welches Staupotenzial sich in einer Vollsperrung dieser Strecke verbirgt, wissen Pendler spätestens, seitdem die A544 in beide Richtungen nur noch einspurig befahren werden darf: Im Berufsverkehr kommt es deswegen schon heute zu erheblichen Beeinträchtigungen.