Aachen: Auszeichnung für zivilen Ungehorsam bei Friedenspreisverleihung

Aachen : Auszeichnung für zivilen Ungehorsam bei Friedenspreisverleihung

Satirische und provokante Protestformen sind das Metier der Aktionskünstler von „Peng“, die gerne die Methoden der Werbeindustrie aufgreifen, um gesellschaftliche Missstände anzuprangern. So haben sie unter anderem mit der umstrittenen Kampagne „Deutschland geht klauen“ den Preiskampf der Discounter aufs Korn genommen.

Wer alles immer billiger haben will, beute andere aus, so die Botschaft. Für diese und ähnliche Formen der subversiven Öffentlichkeitsarbeit erhält „Peng“ am Samstag, 1. September, den Aachener Friedenspreis.

Das selbstgesteckte Ziel der Künstlergruppe lautet, Ungerechtigkeiten anzuprangern und gesellschaftliche Absurditäten aufzudecken. Dass sie mit ihren humorvollen, aber auch radikalen Kampagnen oftmals aneckt, kann kaum überraschen, will sie doch die „dreckigen Geschäfte“ hinter „hochglänzenden Fassaden“ aufdecken. Rüstungskonzerne oder auch die Bundeswehr kommen dabei nicht gut weg, was wiederum den Aachener Friedenspreis-Verantwortlichen so gut gefällt, dass ihnen das eine Auszeichnung wert ist. Gewürdigt werde damit auch der „zivile Ungehorsam“, der für die Aktionskünstler von „Peng“ kennzeichnend ist, heißt es seitens des Friedenspreis-Vereins.

Der zweite diesjährige Preisträger könnte kaum gegensätzlicher sein: Das Projekt Concern Universal Colombia konzentriert sich ganz auf die Friedensarbeit in Kolumbien und versucht die tief gespaltene Gesellschaft wieder zu versöhnen. In mehreren Städten und Provinzen initiiert das Projekt Bildungs- und Betreuungsangebote, die auch von Freiwilligen aus Deutschland unterstützt werden.

Die Preisträger werden mit einem Festakt in der Aula Carolina, Pontstraße, geehrt, der am Samstag um 19 Uhr beginnt und allen Interessenten offensteht. Der Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist, wird seit 1988 traditionell am sogenannten Antikriegstag — in Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 — verliehen. Die Laudatio hält in diesem Jahr der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele.

Wie in früheren Jahren werden die Feierlichkeiten zum Antikriegstag von einer DGB-Kundgebung eingeleitet, die um 17.45 Uhr am Elisenbrunnen beginnt. Als Redner wird der Aachener Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko, Linke, erwartet. Ergänzt wird der Auftritt durch einen Musikbeitrag von Klaus Kläs. Anschließend ziehen die Teilnehmer gegen 18.30 Uhr in einer Friedensdemonstration, die von der Aachener Sambagruppe „Aixotic Sambistas“ begleitet wird, vom Elisenbrunnen zur Aula Carolina.

Nach der Preisverleihung wird in den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinde weitergefeiert. Der Eintritt ist frei.

(gei)