Aachen: Austellung: Wie Haifischzähne auf den Lousberg kommen

Aachen : Austellung: Wie Haifischzähne auf den Lousberg kommen

„Der Lousberg ist etwas ganz Besonderes“, sagt der Geologe Ulrich Lieser und lädt die Aachener zu einer Entdeckungsreise ein. Gemeinsam mit Eva Stock und Adelheid Siebigs hat er eine Ausstellung vorbereitet, die am Sonntag, 27. Mai, um 11 Uhr im Kerstenschen Pavillon auf dem Lousberg eröffnet wird.

Im Mittelpunkt stehen 90 Millionen Jahre Entwicklungsgeschichte eines geologischen Denkmals. Mit diesem Angebot setzt die Lousberg Gesellschaft ihre Veranstaltungsreihe fort, in deren Rahmen immer wieder neue Aspekte des Lousbergs beleuchtet werden. „Und mit Blick auf seine geologische Geschichte hat der Lousberg einiges zu bieten“, meint Lieser.

Dass hier schon Haifischzähne und Muscheln gefunden wurden, sei gar nicht so verwunderlich, sagt er. Denn vor 90 Millionen Jahren war das Aachener Gebiet überflutet. Was danach geschah, erfahren die Besucher im Kerstenschen Pavillon auf Plakaten. Außerdem zeigt ein Video einen Drohnenflug, der laut Lieser ganz besonderen Blick auf den Aachener „Hausberg“ gewährt. Und wer mag, schließt sich einer der Führungen an, bei denen Ulrich Lieser gleich vor Ort die geologischen Besonderheiten des Lousbergs beleuchtet. Bei einem „Entdeckerspiel“ geht es schließlich darum, möglichst viele unterschiedliche Steine zu finden und zu beschreiben.

Die Aachener sind nicht immer sehr pfleglich mit ihrem Berg umgegangen. Der lieferte Sand und den beliebten Vetschauer Kalkstein, an dem sich die Bauleute laut Lieser fleißig bedienten. Damals war der Berg noch kahl und ohne Vegetation, und dieser Raubbau wäre vielleicht gar nicht mehr lange gut gegangen. Doch dann kam Napoleon, und er sei gewissermaßen der Retter des Lousbergs, meint Lieser. Napoleon machte den Berg zu einem Park und damit zu dem, was er heute ist. „Der Lousberg steht gleich drei Mal unter Denkmalschutz“, sagt Sibille Spiegel von der Gesellschaft. Er ist demnach ein geologisches Denkmal, ein archäologisches Denkmal sowie ein Parkdenkmal.

Und unter geologischen Gesichtspunkten ist seine Entwicklung in höchstem Maße spannend, meint Lieser. Der Lousberg sei ein „Zeugenberg“, führt er weiter aus, „das heißt, er ist der Überrest früherer, sehr harter Deckschichten, die sich ursprünglich über den gesamten Aachener Talkessel erstreckten.“

Die Ausstellung beleuchtet seine Beschaffenheit genauer und zeigt die geologischen Schichten und ihre Besonderheiten. Dazu gehören auch die feuersteinführenden Kalksteine auf der Bergkuppe, die in der Jungsteinzeit zur Fertigung von Werkzeugen abgebaut wurden.

Die Idee der Ausstellung geht auf Prof. em. Roland Walter und Sibille Spiegel zurück. Für die Realisierung zeichnet das Büro ahu AG Aachen verantwortlich. Inhaltlich haben sie Eva Stock und Ulrich Lieser umgesetzt.

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