Ausstellungsprojekte der Aachener Museen in den nächsten fünf Jahren

Von Kaiser Karl V. bis zum „Future Lab“ : Aachener Museen haben viele Projekte in der Pipeline

Fünf Jahre Route Charlemagne und der Blick nach vorn: Während die Vorbereitungen für die große Dürer-Schau ab Oktober 2020 auf Hochtouren laufen, haben die Häuser auf der kulturellen City-Meile in den nächsten Jahren noch viele weitere Projekte in der Pipeline.

So schnell gehen die Tage dahin, und das nicht nur zur Ferienzeit. Wer wüsste es besser als die Museumsexperten der Route Charlemagne? Fünf Jahre ist es bereits her, dass das Centre Charlemagne als Herzstück der kulturhistorischen City-Meile offiziell eröffnet worden ist. Eine erfreuliche Zwischenbilanz kann Museumschef Professor Frank Pohle anno 2019 allemal ziehen.

Auch der Ausblick auf die – wenn auch keineswegs endgültig festgezurrten – Programmpläne für die nächsten fünf Jahre kann sich sehen lassen, während der mittelfristige Blick auf die Angebote im Ludwig Forum und im Suermondt-Ludwig-Museum aktuell noch nicht möglich ist. Dies vor allem, weil die Direktoren-Stellen in beiden Häusern aktuell (Lufo) beziehungsweise nach der großen Dürer-Schau, die im Oktober 2020 eröffnet wird (Suermondt-Ludwig-Museum), zur Disposition stehen.

Dabei heißt die Frage schon im kommenden Herbst auch in den Kunsthorten der „Route“ erst einmal wieder: „Alles auf Anfang?“. So lautet der Arbeitstitel der nächsten großen Präsentation im Centre, die am 9. November eröffnet werden soll. 199 Tage lang sollten die letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkriegs noch toben, nachdem die Kaiserstadt am 21. Oktober 1944 vom NS-Terror befreit wurde. Zum 75. Jahrestag der Eroberung Aachens durch die Alliierten zeigt das Haus am Katschhof eine umfassende Retrospektive über die erste, besonders spannende Phase der Nachkriegszeit im Dreiländereck (bis 8. März 2020).

Parallel widmet sich das Internationale Zeitungsmuseum (IZM) ab 16. November einer publizistischen Pionierin schlechthin: Im Museum an der Pontstraße geht es um die Anfänge der Aachener Nachrichten, die als erste freiheitlich-demokratisch Zeitung bereits am 24. Januar 1945, also mehr als drei Monate vor der Kapitulation des NS-Regimes am 8. Mai 1945, an den Start ging. Bereits am 26. Oktober rückt das (dann frisch renovierte) Couven-Museum am Hühnermarkt unter dem Titel „Wir Nachkriegskinder“ den (Aachener) „Alltag zwischen Not und Nierentisch“ (bis 29. März 2020) in den Fokus.

„Der gekaufte Kaiser“: Spannende Einblicke in die Hintergründe der Inthronisierung von Karl V. gibt es im Centre Charlemagne anlässlich der großen Dürer-Ausstellung ab Oktober 2020. Foto: dpa

Ein gänzlich anderes großes Jubiläum, sozusagen zwischen Hörsaal und Future Lab, wird voraussichtlich von Mai bis August 2020 im Centre Charlemagne gewürdigt. Unter dem Motto „Lehren – Forschen – Machen“ nehmen Pohle und sein Team die 150-jährige Geschichte der RWTH Aachen ins Visier.

Im Zeichen der „Kindheit in der Kaiserzeit“ steht im Sommer kommenden Jahres derweil eine Ausstellung im Couven-Museum. Gezeigt werden Fotografien und Spielzeug aus der städtischen Sammlung, die schwerpunktmäßig in der Epoche zwischen zweiter Reichsgründung 1870/71 und Ende des Ersten Weltkriegs entstanden sind.

Kurz darauf dürfte der offizielle Countdown zum Großprojekt rund um Albrecht Dürers Aachen-Visite anno 1520 anlässlich der Krönung Karls V. ausgerufen werden. Die Ausstellungs-Trias im Suermondt-Ludwig-Museum, dem Centre Charlemagne und dem Ludwig Forum wird am 7. Oktober 2020 im Suermondt-Ludwig-Museum eröffnet (voraussichtlich bis Mitte Januar 2021). Wobei sich am Katschhof unter dem Motto „Der gekaufte Kaiser“ alles um die besonderen Hintergründe der Thronbesteigung Karls drehen soll. Das Couven-Museum trägt sein Scherflein mit einer Schau über Keramik-Arbeiten aus den Tagen des mächtigen Habsburgers Karl bei (bis März 2021). Und im IZM wird mit gezeichneten Geschichten des Aachener Künstlers Willi Blöß ein belletristischer Bilderbogen rund um „Albrecht Dürer und andere Genies im Comic Strip“ gespannt.

Viel Zeit zum Verschnaufen ist den städtischen Kuratoren freilich auch nach Dürers und Karls spektakulärem „Comeback“ nicht vergönnt. Bis 2024 haben die Planer viele weitere kulturelle Highlights im Köcher (siehe Info).

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