Aachen: Ausstellung im Jakob-Büchel-Haus: Fluchtort soll bestmöglich zur Heimat werden

Aachen : Ausstellung im Jakob-Büchel-Haus: Fluchtort soll bestmöglich zur Heimat werden

„Asyl ist ein Menschenrecht — Warum fliehen Menschen? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Welche Wege müssen sie beschreiten, welche Hindernisse überwinden? Wo und unter welchen Umständen finden sie Schutz?“ — diese Fragen stellt ab 20. November eine Ausstellung zum Thema Flucht im Jakob-Büchel-Haus in Walheim.

Nicht zuletzt sind es die Fragen, die die Menschen spätestens seit dem Beginn der Flüchtlingskrise beschäftigen — sind doch 65 Millionen Menschen aktuell weltweit auf der Flucht. Auch die Bewohner Walheims befassten sich damit, denn 2015 waren 120 Flüchtlinge in der ehemaligen Förderschule untergebracht worden. Noch heute leben einige im Stadtteil und der Umgebung.

Kostenlos besuchen

Ab 20. November ist die aktualisierte Ausstellung der Organisation „Pro Asyl“ für zwei Wochen samstags und sonntags kostenlos im Jakob-Büchel-Haus zu sehen. Mit 37 Einzeltafeln informiert die Ausstellung über Flucht und Menschenrechte. Dazu kommen Exponate des südafrikanischen Künstlers Bruce Clarke aus dem Projekt „Fantomes de la mer“, Bilder aus der Fotodokumentation des Fotografen Simon Melchers und Fotografien aus der lokalen Flüchtlingsarbeit von Gerhard Peters. Außerdem zeigt das Eine-Welt-Forum Aachen seinen Kurzfilm „Mit meiner Herkunft nach meiner Ankunft meine Zukunft finden — Wa(h)lheim@t — Interviews mit neuen und alten Walheimern“.

Ein Rahmenprogramm gibt es zu der Frage „Wie geht es nach der Flucht weiter?“ mit Veranstaltungen unter dem Titel „Heimat suchen — Heimat finden — Heimat geben — sich beheimaten im ländlichen Raum des Aachener Südens“.

„Wir wollen auch im Kleinen zeigen, wie die Menschen hier Heimat finden“, sagte Margit Umbach, Fachreferentin Projekt „Caritas der Gemeinde“ beim Diözesanen Caritasverband Aachen. „Die Phase des Ankommens ist vorbei. Jetzt geht es um die Phase des Heimatfindens und auch, dass die Altansässigen bereit sind, ihnen Heimat zu geben“, sagte Professorin Barbara Krause, Schirmherrin der Ausstellung.

Eigener Kleiderladen

Ob anfangs ein wöchentliches Begegnungskaffee mit bis zu 60 Teilnehmern, ein eigener Kleiderladen oder gemeinsames Wandern und Tanzen: Alle lokalen Organisationen und Vereine arbeiten zusammen und helfen dabei, dass die Geflohenen in der Gemeinschaft ankommen. „Ich freue mich, dass so viele Flüchtlinge dabei sind, Mitmachen und Miteinander bedeutet für mich Integration“, sagte Karla Siegers von der Katholischen Frauen Gemeinschaft St. Anna Walheim. Außerdem sei es ein Geben und Nehmen, sie würde genauso so viel von den Menschen lernen, wie die Menschen von uns.

Für die vielen jugendlichen Flüchtlinge war vor allem der Kinder- und Jugendtreff Space Walheim eine große Stütze: Dort kamen sie mit Gleichaltrigen zusammen, fanden neue Freunde und gründeten zusammen sogar ihre eigene Band „Freiheit“.