Aachen: Ausstellung im Atelierhaus im Depot Talstraße: Sprungbrett für „sieben Neue“

Aachen : Ausstellung im Atelierhaus im Depot Talstraße: Sprungbrett für „sieben Neue“

„Das kulturelle Flaggschiff des Depots nimmt Fahrt auf“, so drückt es Christoph Blümer, freischaffender Kulturmanager und Werbekaufmann im Depot Talstraße, aus. Gemeint ist das Atelierhaus Aachen, kurz „aha“, das ebenso wie viele andere Institutionen und Einrichtungen seit diesem Jahr das alte Straßenbahndepot belebt.

Fünf Ausstellungen hat es seit dem Umzug aus der Süsterfeldstraße an die Talstraße im neuen Ausstellungsraum gegeben. Mit der sechsten Ausstellung, die am Sonntag, 19. November, 12 Uhr eröffnet wird, wird das erste Jahr dort abgeschlossen.

Viele Vorteile

„7x Neu“, so der Titel der Ausstellung, bei der sieben neue Künstler, die in den letzten Wochen und Monaten ins „aha“ eingezogen sind, sich und ihre Kunstwerke präsentieren. Im Vergleich zum alten Ausstellungsraum bietet das neue Ambiente nicht nur von der Größe her Vorteile. Die offene Raumgestaltung und die verschiebbaren Stellwände lassen es zu, auch große Kunstwerke, wie die Lichtinstallation „Transmission 2“ von Robert Arenz aufzustellen und wirken zu lassen.

Tanja Rauschtenbergers Kunstwerke „Drei Octopoden im Steilwandfangnetz“, „Gelbe Krake“ und „2 Silberfische“ kommen im Raum ebenfalls gut zur Geltung. Es ist so etwas wie eine kleine Tradition, dass sich die neuen Künstlerinnen und Künstler in einer eigenen Ausstellung vorstellen: Es ist die fünfte ihrer Art. Die verwendeten Materialien und die entstandenen Werke sind so unterschiedlich wie die Künstler selbst; es gibt keinen roten Faden. Anja Goslars Arbeiten mit Acryl auf Papier sind völlig spontan entstanden. Diese Spontanität gibt den Bildern etwas Leichtes, Ungezwungenes. Sascha Bayer geht es darum, in seinen Werken den Weg „von der Fläche in den Raum“ darzustellen. Dazu nutzt er Drahtgitterkonstruktionen, die er teilweise mit massiven Betonsockeln ausstattet.

Am Leben festhalten

Steve Busch nimmt die Ideen für seine Kunstwerke direkt aus dem, was er erlebt. Das einzelne Individuum soll sich nicht so wichtig nehmen, das möchte er in seinen Bronzeskulpturen „Distance“ vermitteln, denn mit immer mehr Abstand von den Menschen und auch von sich selbst erkennt man, wie klein man eigentlich ist.

Roswitha Mauckner geht es in ihren Bilder vor allem um das Festhalten des Lebens. Ihre aus Wachs bestehenden Arbeiten fangen das Leben ein und halten es in ihrer erkalteten Form fest. Auch in ihren Malereien verwendet sie Wachs. Entstanden sind verträumte, lebendige Bilder und Wachsgüsse.

Laureline Le ist Französin und erst seit Anfang November beim „aha“. Ihr Teppich aus Papier ist filigran, ihre Werke sind subtil, wie Nadya Bascha es ausdrückt. Zur Vernissage hofft die „aha“-Geschäftsführerin auf viel Publikum.

Mehr von Aachener Zeitung