Aachen: Ausstellung: Aachen im Zweiten Weltkrieg

Aachen : Ausstellung: Aachen im Zweiten Weltkrieg

Mit einem Vortrag zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Aachen hat Dietmar Kottmann vom Aachener Geschichtsverein eine Fotoausstellung der Lousberg-Gesellschaft eröffnet. Der Vortrag beschäftigte sich genau wie die Ausstellung mit dem Kriegsverlauf, und im Speziellen mit der Kapitulation Aachens am 21. Oktober 1944.

Am 12. September 1944 erreichten die Alliierten die Grenze des Deutschen Reiches im Aachener Stadtwald. Zunächst war es das Ziel, weiter Richtung Norden vorzudringen, die Brücken über die großen Flüsse und Kanäle in Besitz zu nehmen, um dann in die norddeutsche Tiefebene vorrücken zu können. Nach einem schweren Fehlschlag in der Schlacht um Nimwegen und Arnheim entschieden sich die Alliierten aber dazu, den eigentlich ungünstigeren Weg zu gehen und strebten die Übernahme von Aachen an.

Ab dem 1. Oktober wurden die Kämpfe erbitterter. Aachen war weiträumig eingeschlossen und die deutsche Wehrmacht versuchte vergeblich, die Übernahme der ersten deutschen Großstadt durch die Alliierten zu verhindern. Entlang der Krefelder und Jülicher Straße kamen die Amerikanischen Truppen laut Kottmann auf Aachen zu. In schweren Schlachten erkämpften sie Hausblock für Hausblock. Am 10. Oktober forderten die Alliierten die Besatzung in Aachen auf zu kapitulieren. Als das Ultimatum abgelaufen, das Kapitulationsangebot also nicht angenommen worden war, folgten neue schwere Bombenangriffe durch die in Luft und Artillerie stark überlegenen Amerikaner.

In der dritten Oktoberwoche dann hatte die Deutsche Wehrmacht ihre gesamte Munition verschossen und verbarrikadierte sich im Bunker an der Rütscher Straße. Dort mussten die Deutschen schließlich am 21. Oktober 1944 vor der Amerikanischen Übermacht kapitulieren. Zeitzeugen berichten, dass die weiße Flagge, die Oberst Gerhard Wilck aus dem Bunker herausstreckte, aus Windeln bestand — das einzige weiße Tuch, das zu finden war. Um 12.06 Uhr wurde die schriftliche Kapitulation unterzeichnet.

Die Fotos der Ausstellung im Kerstenschen Pavillon am Lousberg führen deutlich vor Augen, wie verwüstet Aachen zum Kriegsende war. Das Gebiet rund um den Lousberg sowie Burtscheid lagen in Schutt und Asche. Außerdem waren zum Beispiel der Elisenbrunnen, das Stadttheater und das Rathaus völlig zerstört. Viel schmerzlicher aber waren und sind wohl die Erinnerungen an die unzähligen individuellen Schicksale von Soldaten auf beiden Seiten und Zivilisten, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind.

Die Ausstellung zur Erinnerung an die Ereignisse von vor 70 Jahren ist bis Ende November im Kerstenschen Pavillon am Lousberg, Belvedere Allee 1, zu sehen. Sie ist immer mittwochs und samstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die bisher unveröffentlichten Fotos aus Privatsammlungen dokumentieren Verlauf und das Ende des Zweiten Weltkrieges in Aachen, mit besonderem Schwerpunkt auf dem geschichtsträchtige Gebiet rund um den Lousberg.

(nim)
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