Aachen: Außergewöhnliche Serie von Einbrüchen in Haaren

Aachen: Außergewöhnliche Serie von Einbrüchen in Haaren

An dieser Reihe von Straftaten gibt es einiges, was außergewöhnlich ist. Erstens: Dass gleich serienweise in einem Stadtteil oder einem Viertel in Wohnungen und Häuser eingebrochen wird, kennt man vornehmlich aus der „dunklen Jahreszeit“ — also im Herbst und Winter.

Zweitens: Wenn es solche Serien gibt, werden sie seitens der Kripo in den allermeisten Fällen organisierten Einbrecherbanden zugeschrieben. Diese reisen gruppenweise an, schlagen mehrfach zu und machen sich dann dorthin wieder aus dem Staub, wo sie herkamen — gängigerweise aus osteuropäischen Gefilden. In diesem Fall ist dies aber offenkundig nicht so. Doch dazu später. Drittens: Selten ist es so, dass sich besagte Wohnungseinbrecher gleich auch noch für Autos interessieren — schon gar nicht für Autokennzeichen.

Das alles trifft jedoch derzeit auf den Stadtteil Haaren zu. Die Polizei hat dort in den vergangenen Tagen eine „auffällige Häufung“ von Straftaten festgestellt. Binnen kurzer Zeit ist es alleine zu zehn Wohnungseinbrüchen gekommen. Zudem wurden noch zwei Taten registriert, die im Ansatz scheiterten. Alle Tatorte lagen in einem Bereich, der wenige hundert Meter umfasst. Eingebrochen wurde demnach in der Gärtnerstraße, in der Haarener Gracht, in der Mühlenstraße, auf der Hüls und in der Hofenbornstraße. Ebenfalls nicht weit entfernt — am Ahornweg und auf der Alt-Haarener-Straße — wurden an vier Autos die Kennzeichen gestohlen. In die Fahrzeuge selber wurde nicht eingebrochen. Die Kripo sicherte in allen Fällen Spuren. Bei den Einbrüchen wurden Bargeldbestände ebenso erbeutet wie Scheckkarten und Schmuck.

Laut Polizeisprecher Paul Kemen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich eben nicht um jene beschriebenen organisierten Banden handelt: „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen regionalen Täter handelt“, sagt er. Das macht die Polizei auch daran fest, der Täter eher „stümperhaft“ vorging und für offenkundig für Einbrüche „völlig ungeeignete Werkzeuge benutzte“, so Kemen. Das kennt man von den Banden ganz anders. Angesichts der räumlich nahe beieinander liegenden Tatorte schließt die Polizei auch nicht aus, dass es sich um jemanden handelt, der selber aus diesem Bereich kommt.

Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang die Bürger darum, die Augen offenzuhalten. Verdächtige Personen oder Beobachtungen sollten der Polizei gemeldet werden. Das gilt zwar allgemein — in Haaren gerade jetzt jedoch ganz besonders.

(stm)
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