Ausbau des Flugplatzes Merzbrück beginnt

Nach zwölf Jahren Planung geht es endlich los : Im Oktober sollen die Bagger am Flugplatz Merzbrück anrollen

Nach rund zwölf Jahren Planung geht jetzt alles schneller beim Flugplatz Merzbrück. Bereits im Frühjahr 2020 sollen der Ausbau fertig sein. Aber zuerst muss einer der zwölf Bieter den Zuschlag für den Bau erhalten.

Jetzt soll alles ganz schnell gehen: Am vergangenen Montag endete die Ausschreibungsfrist, schon am kommenden Montag wird der Aufsichtsrat der Flugplatz Aachen-Merzbrück (FAM) GmbH entscheiden, wer von den zwölf Bietern den Zuschlag für den Ausbau des Flugplatzes Merzbrück erhalten wird. Noch im Oktober sollen die Bagger anrollen. Und schon im Frühjahr kommenden Jahres soll der Bau fertig sein.

Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, wie FAM-Geschäftsführer Uwe Zink einschränkend anmerkt. Doch er ist optimistisch, dass das ehrgeizige Ziel erreicht werden kann. Im Prinzip handele es sich um eine relativ einfache Baumaßnahme, sagt Zink: Eine 1160 Meter lange und 18 Meter breite Start- und Landebahn bauen, daneben einen 10,5 Meter breiten sogenannten Taxiway – beides in Asphaltbauweise. Parallel dazu wird eine Segelfluglandebahn samt Motor- und Windenschlepp auf Rasen angelegt. Zum Auftragspaket gehört zudem die Anlage von 600 Metern Blühstreifen als Teil der Ausgleichsmaßnahmen sowie der Abbruch der alten Start- und Landebahn.

Der Flugbetrieb soll während der etwa sechs Monate langen Bauzeit so gut wie nicht beeinträchtigt werden. Deshalb wird die neue Landebahn, die gegenüber der nur halb so langen alten Bahn leicht verschwenkt wird, in drei Bauabschnitten erstellt. Zink geht davon aus, dass es allenfalls im Februar zwei, drei Wochen lang notwendig sein wird, den Flugbetrieb einzustellen. Härter trifft es die Segelflieger: Sie werden Merzbrück im kommenden Jahr gar nicht nutzen können. Gut ein Jahr braucht nämlich laut Zink der Rasen auf der neuen Landebahn um festzuwachsen. „Das ist nicht schön für die Segelflieger. Aber sie sehen es als Zukunftsmaßnahme. Denn der Standort Merzbrück wird durch den Bau der Schleppwinde gesichert.“

Zwölf Jahre hat es vom Grundsatzbeschluss der FAM-Gesellschafter – das sind die Städte Aachen und Eschweiler, die Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen, die Städteregion sowie die Fluggemeinschaft Aachen – bis zum nun bevorstehenden Baubeginn gedauert. Immer wieder stand der Ausbau auf der Kippe. Neuen Schwung hat dann die Idee, Merzbrück zu einem Forschungsflugplatz auszubauen, in die Debatte gebracht. RWTH und Fachhochschule Aachen sind mit konkreten Projekten am Start. Dazu gehören etwa die Entwicklung und Erprobung von umweltfreundlichen und geräuscharmen Elektro-Kleinflugzeugen, aber auch die Ansiedlung von Lehrräumen und Werkstätten des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik der FH.

So zügig, wie jetzt der Bau der Landebahn angegangen wird, so zügig ist die Stadt Würselen jetzt auch unterwegs mit der Planung des Gewerbegebietes im Umfeld von Merzbrück. Der erste Bebauungsplan für eine etwa 19 Hektar große Fläche liegt vor, kommenden Dienstag soll der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung die Offenlage beschließen. Drei der 19 Hektar sind für die Aachener Hochschulen und ihre Partner aus der Wirtschaft vorgesehen. Anfang nächsten Jahres soll mit der Erschließung des Geländes begonnen werden.

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