Aachen: Aus über Nacht: Ausstellung „9/11“ scheitert an Streit um Sicherheit

Aachen: Aus über Nacht: Ausstellung „9/11“ scheitert an Streit um Sicherheit

„Kunstwechsel“ der anderen Art: Quasi über Nacht hat der Aachener Künstler Günther Beckers seine aufwändige Ausstellung „Nine 9/11 Eleven“ über den Terroranschlag auf das World Trade Center, die erst am Wochenende in der gleichnamigen Produzentengalerie an der Wilhelmstraße eröffnet worden ist, wieder abgehängt.

Hintergrund: ein fataler „Zwischenfall“, der für die Hauptbetroffene gottlob glimpflich ausgegangen ist, wie Professor Dr. Wolfgang Becker, Mitbetreiber der Galerie, gestern unterstrich.

Dennoch: „Nachdem eine ältere Dame bei der Eröffnung über eine Treppenstufe gestürzt ist, scheint mir das persönliche Risiko schlichtweg zu hoch“, erklärte Beckers gestern auf Nachfrage. „Ich habe Herrn Becker mitgeteilt, dass ich das Haftungsrisiko nicht selbst übernehmen kann. So blieb mir nichts anderes übrig, als die Schau schnellstmöglich wieder zu entfernen.“

Besagte Besucherin hatte die rot-weiße Markierung der Stolperfalle im Neubau an der Ecke Gottfriedstraße offensichtlich nicht bemerkt. „Die Dame hat mir versichert, dass sie keinerlei Schaden erlitten hat.

Vorgeschobenes Argument?

Ihr Mann meinte, er halte es für ein vorgeschobenes Argument, dass Herr Beckers den Vorfall zum Anlass nahm, die Schau einfach wieder abzubauen“, entgegnete Becker, der vielen Kulturfreunden als ehemaliger Direktor des Ludwig Forums und umtriebiger Kurator zahlreicher zeitgenössischer Ausstellungen bekannt ist.

Der Professor zeigte denn seinerseits wenig Verständnis für die prompte Reaktion seines Fast-Namensvetters: „Ich habe die Räume im vergangenen Herbst mit drei Aachener Künstlern einrichten dürfen, solange der Besitzer des Neubaus sie nicht anderweitig vermieten kann. Es handelt sich damit um eine öffentliche Einrichtung, für die eine Haftpflichtversicherung keineswegs üblich und vermutlich auch gar nicht möglich ist. Im Zweifelsfall liegt das Risiko, wie in jedem öffentlichen Gebäude, schlicht bei den Besuchern selbst.“

„Ich hege keinen Groll“

Günther Beckers betont seinerseits, dass das viel zitierte Tischtuch durch seinen überraschenden Abgang keineswegs zerschnitten sein müsse: „Ich hege keinen Groll. Sollte sich jemand finden, der das Haftungsrisiko übernimmt, könnte ich die Schau durchaus innerhalb von ein, zwei Stunden wieder installieren.“

Mehr von Aachener Zeitung