Aus der Aachener Musikszene

Porträt der Band „Stunde Zehn“ : Jetzt ist die Zeit reif für „ganze Sachen“

Die Band „Stunde Zehn“ bewegt sich zwischen Klassik, Rock und Romantik. Musikalisch professionell ausgebildet, will sie über Sozialmedien und viele Live-Acts ein breites Publikum gewinnen.

Bereits als Jugendliche haben Philipp Jeschke und David Ropertz in einer Schülerband gemeinsam Musik gemacht. 13 Jahre später machen der Sänger und der Gitarrist aus Aachen die Musik endgültig zu ihrem Business. Gemeinsam sind sie „Stunde Zehn“ und wollen nichts weniger als berühmt und erfolgreich werden.

„Na ja, die Spanne von berühmt und erfolgreich ist ja recht groß“, fliegen die Hoffnungen bei Jeschke (28) und Ropertz (29) allerdings nicht der Realität voraus. „Wir wollen nicht gleich Coaches von ‚The Voice of Germany‘ werden.“ Allerdings wollen sie von ihrer Musik gut leben können, einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen, der das zulässt. Mit unrealistischen Träumereien hat das wenig zu tun, eher mit Strategie und ganz viel Arbeit. Davon sind die beiden überzeugt.

Neugründung vor zwei Jahren

Entsprechend planvoll gehen sie ihre musikalische Karriere an: Vor zwei Jahren gründeten sie ihre Band neu, obwohl sie all die Jahre immer wieder gemeinsam Musik gemacht haben, zuletzt als „State of Mind“ mit eigener englischsprachiger Musik. „Aber das war nichts Halbes und nichts Ganzes“, so Ropertz. Als „Stunde Zehn“ texten sie auf Deutsch. „Ich dachte erst, dass ich nicht auf Deutsch singen und texten kann. Aber bald zeigte sich, dass ich in meiner Muttersprache viel besser mit Worten und Bildern spielen kann“, erklärt Jeschke. „Und die Texte wirken auch direkter auf das Publikum.“ Ropertz findet: „Es sind jetzt hochwertigere Texte.“ Ganz erfolgsorientiert meint er weiter: „Damit haben wir mehr Chancen am Markt.“

Nicht aufs Glück verlassen

Auf das ganz große Glück wollen sich die beiden eben nicht verlassen. Deshalb investieren sie viel Zeit: Sie bespielen alle relevanten Social-Media-Kanäle und sie spielen möglichst viele Konzerte – entweder zu zweit oder mit einer Verstärkung von drei weiteren Musikern (Dominic Baumann am Schlagzeug, Paul Wunder am Bass und Fabian Haupt an den Keyboards), die zur erweiterten Band gehören. „Wir wollen uns nach und nach eine gute Fanbase aufbauen“, erläutert Ropertz. Dafür geben sie in diesem Jahr NRW-weit rund 70 Konzerte, vor allem in Aachen und Düsseldorf. Ihren Jahresabschluss werden sie im Franz feiern (siehe Info-Box). Eine irgendwie geartete neue Veröffentlichung soll es in den kommenden 14 Monaten geben.

„Stunde Zehn“ lebt einfach nicht von Musikerromantik. Jeschke und Ropertz wissen, was sie können. Ropertz ist ausgebildeter Musiker, hat in Düsseldorf klassische Gitarre studiert und ist schon eine Weile hauptberuflich Musiker. Jeschke hat in der Landeshauptstadt Lehramt studiert, ganz vernünftig bis April dieses Jahres auch noch sein Referendariat abgeschlossen. Während des Studiums hat er seine Stimme ausbilden lassen. Klassisch, „obwohl mir dieses Genre persönlich gar nicht so gefällt“. Ihre professionelle Technik und ihr Knowhow setzen sie jetzt bei „Stunde Zehn“ in „Indie-Songwriter-Pop“ um. So ordnen sie ihre Musik selbst ein. „Manche sagen uns, dass man unsere klassische Ausbildung heraushört. Sie sehen das aber nicht als Nachteil, sondern eher als Besonderheit“, berichtet Jeschke.

Das ganze Leben im Text

Textlich geht es um Einsamkeit und Miteinander, Traurigkeit und Glücklichsein, Schicksal und Freiheit – das ganze Leben also. Jeschke und Ropertz verpacken das in einen Sound, der Ropertz‘ Akustik-Gitarre und Jeschkes sanfter Tenorstimme viel Raum gibt. Sie können aber auch Stadtfestpublikum zum Rocken bringen, wie sie unter anderem beim NRW-Tag in Düsseldorf oder auch schon vorm Aachener Rathaus bewiesen haben. „Wir wollen mit unserer Musik die Menschen erreichen und uns langfristig einen Platz in der Musik erarbeiten“, haben die beiden einen klaren Plan.