Auftakt der Pilgersaison: Altenberger Licht erreicht Aachener Dom

Aachen : Ankunft des Altenberger Lichtes zum Auftakt der Pilgersaison

„Das Altenberger Licht nach Aachen zu holen, war ein besonders beeindruckendes Erlebnis für mich“, betonte Karin Offermann, die jetzt zum ersten Mal eine Pilger-Radfahrt geleitet hat. Die Tatsache, dass der Dom eine Marienkirche ist, die von Kaiser Karl der Gottesmutter geweiht wurde, steht seit dem 1. Mai im Blickpunkt der beginnenden Pilgersaison.

Mit der Ankunft des Altenberger Lichts, das Offermann mit einer achtköpfigen Gruppe von Fahrradpilgern gebracht hat, wurde der Marienmonat Mai feierlich eröffnet.

„Bis Ende Oktober setzen wir nun einen besonderen Akzent innerhalb des Jubiläumsjahres 40 Jahre Welterbe Aachener Dom“, erklärte Domkapitular Rolf-Peter Cremer, der die Marienvesper zelebrierte. Die Marien-Wallfahrtstradition entwickelte sich später im Mittelalter zur Aachener Heiligtumsfahrt, der bedeutendsten Pilgerfahrt im deutschsprachigen Raum. „Pilger sind über Jahrhunderte neben den bekannten Aachener Heiligtümern mit ihren Sorgen und Anliegen auch zu Marias Gnadenbild gekommen“, erklärte Cremer.

Das Bistum Aachen und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Aachen hatten dazu eingeladen, das Altenberger Licht mit dem Fahrrad vom Altenberger zum Aachener Dom zu bringen. Das Altenberger Licht wird seit 1950 jährlich am 1. Mai ausgesendet. Dahinter steckt eine Geste der Versöhnung: Aus Feinden sollen Freunde werden.

Am frühen Morgen trafen sich die Pilger im Aachener Dom, um den Segenswunsch von Cremer zu empfangen, wohlbehütet durch den Verkehr zu gelangen. „Dann ging es los zum Hauptbahnhof und mit dem Zug bis Köln-Mülheim. „Von dort sind wir mit dem Rad bis Altenberg gefahren, wo ein zweistündiger Gottesdienst stattfand“, erzählte Offermann.

Die Aachenerin, die sonst häufig Radtouren organisiert, hatte viele Freunde mit dabei, mit denen sie regelmäßig unterwegs ist. „Diesmal waren es Kilometer. Von großen Wetter-Kapriolen wurden wir glücklicherweise komplett verschont“, freute sich Offermann. Transportiert wurde das Altenberger Licht in einer wetterfesten Grubenlampe und im Rahmen der Vesper wurden die Osterkerze und die Kerzen vor dem Gnadenbild daran entzündet.

„Maria ist die Patronin des Aachener Bistums und des Doms, den die Unesco vor 40 Jahren als erstes Bauwerk in Deutschland auf die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen hat. Deshalb stellen wir das Gnadenbild in den Mittelpunkt und feiern die Vesper heute davor und nicht wie sonst in der Chorhalle“, erklärte Cremer. Ab 3. Mai wird der Domhof mit Bannern beflaggt, die sich künstlerisch mit dem Magnificat auseinandersetzen.

Die Kirche Karls des Großen erreichen Pilger über verschiedene Wege, etwa von Kornelimünster oder Moresnet aus. „Im Aachener Dom stehen sich mit dem Gnadenbild Mariens und dem Königsthron zwei Seiten von Macht gegenüber. Pilger, die anlässlich des Weltkulturerbe-Jubiläums kommen, sind eingeladen, besonders über dieses Spannungsverhältnis nachzudenken“, regte Cremer an.

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