Aachen: Aufsichtsrat der Aseag: „Das ist saublöd gelaufen“

Aachen : Aufsichtsrat der Aseag: „Das ist saublöd gelaufen“

Eigentlich hat die Aseag zuletzt in Sachen Kundenzufriedenheit ja ganz gut abgeschnitten. Sagt Heiner Höfken. Eigentlich — wenn da nicht die Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie der vergangenen Wochen gewesen wäre.

Höfken hat das desaströse Medienecho rund um die vielen Probleme bei der Einführung elektronischer Tickets und die jüngsten Vorwürfe gegen Kontrolleure deshalb durchaus besorgt zur Kenntnis genommen — und das auch von Amts wegen. Denn der frühere Chef der SPD-Fraktion im Aachener Stadtrat ist auch schon seit vielen Jahren Vorsitzender des Aufsichtsrats der Aseag.

Und als solcher hat er eine dezidierte Meinung zu den Vorgängen in den vergangenen Wochen, für die viele Kunden des Nahverkehrsunternehmens nur noch das Wort „Chaos“ übrig hatten. „Das ist saublöd gelaufen“, sagt Höfken unmissverständlich.

Der Aufsichtsratschef meint damit zum Beispiel, dass bei der Umstellung aufs „eTicket“ wichtige Bankdaten zum Teil nicht von der alten auf die neue Software übertragen worden sind: „Das hat man zuerst nicht bemerkt, aber man hätte es bemerken müssen.“ Die Folge waren falsche Mahnungen und sogar Kündigungen, die zu Hunderten und möglicherweise sogar Tausenden an treue Abonnenten herausgingen — und denen allerdings keine Entschuldigungen folgten. „Ich kann verstehen, dass die Leute sauer sind“, sagt Höfken.

Grundsätzlich in Frage stellen wolle man im Aufsichtsrat das Krisenmanagement von Aseag-Vorstand Michael Carmincke in den vergangenen Wochen allerdings nicht. „Wir haben keine Veranlassung gesehen, jetzt ein ernstes Wort mit dem Vorstand zu wechseln“, sagt Höfken. „Denn eigentlich sind wir mit der Arbeit sehr zufrieden.“

Gleichwohl habe man die massiven Probleme „klar angesprochen“, als der Aufsichtsrat in der vergangenen Woche tagte. Und die Geschäftsführung habe versichert, dass derlei Pannen künftig nicht mehr vorkämen. „Das Problem ist erkannt, Abhilfe wurde zugesichert, auch wenn das vielleicht nicht von heute auf morgen klappt“, würde Höfken nun am liebsten positiv nach vorne schauen.

Allerdings wird dieser Blick überschattet vom jüngsten Ärger um drei Kontrolleure, denen nach einer aus dem Ruder gelaufenen Fahrscheinkontrolle Rassismus und Freiheitsberaubung vorgeworfen werden. „Das habe ich nur aus der Zeitung erfahren“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende, „und im Moment können wir das natürlich gar nicht gebrauchen.“ Aber man müsse erst abwarten, was bei diesem Vorfall, bei dem die Darstellungen der Beteiligten weit auseinandergehen, am Ende herauskomme, betont Höfken und verweist schon einmal auf einen Termin im Januar.

Dann treffen sich Aufsichtsrat und Vorstand zur Strategiesitzung, dann soll es um Dinge wie Abgasprobleme und E-Busse gehen. Eigentlich. Aber vermutlich komme auch noch „dieses Thema“ auf die Tagesordnung, meint Höfken. Denn: „Bei der Kundenzufriedenheit müssen wir weiter im oberen Bereich liegen.“