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Offenes Denkmal: Auf Spurensuche durch die Stadt Aachen

Offenes Denkmal : Auf Spurensuche durch die Stadt Aachen

Der Tag des offenen Denkmals 2022 lädt am 11. September unter dem Motto „KulturSpur“ zu einem spannenden Blick hinter die Kulissen der Stadt ein.

Einmal innehalten und einen Blick in die Vergangenheit richten in bewegten Zeiten, in denen eigentlich alle – vielerorts mit Sorgen und Bangen – in die Zukunft zu schauen pflegen. Einmal innehalten und sich mit dem beschäftigen, was war – und in der eigenen Stadt auf Spurensuche gehen. „KulturSpur – ein Fall für den Denkmalschutz“ nennt sich das bundesweite Motto des Tags des offenen Denkmals 2022 am 10. und 11. September, der größten Kulturveranstaltung Deutschlands. Und Aachen ist mit seinen zahllosen und zugleich höchst geschichtsträchtigen Denkmälern wieder einmal mittendrin.

„Das diesjährige Motto spielt darauf an, dass sich an Denkmälern anhand unzähliger Spuren aus unterschiedlichsten Zeiten die jeweiligen zeitgenössischen Lebensumstände und Ereignisse sehr gut ablesen lassen. Ein Denkmal dokumentiert die Entwicklung und Veränderung der Gesellschaft und des Zeitgeistes. Und diesen Entwicklungen wollen wir im September mit ,KulturSpur‘ auf den Grund gehen“, erläutert Monika Krücken, Leiterin der Abteilung Denkmalpflege der Stadt Aachen.

Insgesamt 38 zu besichtigende Orte finden sich diesmal im Programmheft, zudem wird es wieder einige digitale Angebote geben. Vorwiegend am 11. September können sich Aachens Bürgerinnen und Bürger sowie Denkmalinteressierte also fast über all im Stadtgebiet und in den eigenen vier Wänden auf Spurensuche begeben und auf Führungen oder Ausstellungen beispielsweise mehr über die Geschichte des Stadtarchivs, des Zeitungsmuseums oder des Ludwig Forums erfahren.

Das Ganze zumeist kostenfrei, lediglich für zwei Filmvorführungen ist ein kleines Entgelt zu entrichten. Am 15. September wird es zudem einen Vortrag zum Thema Denkmäler vor dem Denkmalschutz sowie eine Führung des Projekts Wege gegen das Vergessen geben. „Auch zwei von Kindern ausgerichtete Führungen haben wir im Programm“, so Krücken.

„Der Tag des offenen Denkmals ist eine gute Gelegenheit, sich noch einmal vor Augen zu führen, was Denkmäler eigentlich für eine Aufgabe haben. Und da würde ich in erster Linie sagen: Sie schaffen Identität, sie erinnern, sie sind das Sprachrohr vergangener Geschehnisse. Die Kraft, die unseren Denkmälern innewohnt, wird dabei oftmals unterschätzt“, findet Isabel Strehle, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur.

Ein Sprachrohr vergangener Geschehnisse – dies trifft auf einen ebenfalls im Programmheft auftauchenden Ort ganz besonders zu. Der Hochbunker in der Scheibenstraße steht für die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs ebenso wie für die Nachkriegszeit und die Phase des Kalten Krieges.

 Besitzer des Bunkers Scheibenstraße ist Manfred Gaspers.
Besitzer des Bunkers Scheibenstraße ist Manfred Gaspers. Foto: MHA/Harald Krömer

„Auch, wenn Denkmäler oft für sich sprechen, gibt es eine Menge Geschichten über sie zu erzählen. Im Fall des Bunkers haben wir uns das ein wenig zur Aufgabe gemacht“, berichtet Dirk Dannenberg vom Verein „Os Oche“, der Kulturinteressierten seit 2018 auf seinen Verzällcher Touren quer durch die Stadt die Geschichte Aachens näherbringt.

So auch auf Führungen durch den Hochbunker, der zwischen 1941 und 1943 von Zwangsarbeitern errichtet wurde und sich heute in Privatbesitz befindet. In dem 17.500 Tonnen schweren Koloss suchte Aachens Zivilbevölkerung zu Kriegszeiten Schutz vor den herabprasselnden Bomben, nach dem Krieg wurde der Bunker dann als Wohnraum für Familien genutzt.

Und auch der Kalte Krieg prägte den grauen Betonklotz, der vor Spuren aus unterschiedlichsten Zeiten nur so sprudelt. „Alles Wissenswerte gibt es dann auf den Führungen am 11. September“, verrät Dannenberg mit einem Augenzwinkern.

Das ganze Programm gibt es unter https://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/planen_bauen/denkmalpflege/tdod_2022/index.html. Darüber hinaus steht Monika Krücken unter der Telefonnummer 0241/432-6160 für Rückfragen zur Verfügung.