Aachen: Auf bewusstloses Opfer eingetreten und eingeprügelt

Aachen: Auf bewusstloses Opfer eingetreten und eingeprügelt

Ein Schädel-Hirn-Trauma, Joch- und Nasenbeinbruch, ausgeschlagene Zähne, zahlreiche Prellungen - das sind die Verletzungen, die ein junger Mann am 18. Juni davongetragen hat.

Verantwortlich dafür sollen ein 25 Jahre alter Kroate und sein 18 Jahre alter deutscher Cousin sein. Gegen sie hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erhoben.

Es war der Tag des WM-Spiels Deutschland gegen Serbien. Gegen 20 Uhr trafen am Büchel vier Fans der deutschen und sieben Fans der serbischen Mannschaft aufeinander. Zunächst geriet man nur verbal aneinander, so die Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten gehörten zu der Gruppe der Serbien-Fans. Schließlich eskalierte die Situation.

Das Tatopfer, das laut Ermittlungen keine Beleidigungen losgelassen hatte, erhielt demnach einen heftigen Faustschlag mitten ins Gesicht. Die Wucht des Schlages habe den jungen Mann sofort zu Boden gestreckt, wo er bewusstlos liegen geblieben sei. Das aber soll die Tatverdächtigen nicht davon abgehalten haben, weiter auf das Opfer einzutreten und einzuprügeln.

Ärger um den Haftbefehl

Bei den Ermittlungen kamen Polizei und Staatsanwaltschaft schon recht früh auf die nun Angeklagten, die sie für dringend tatverdächtig hielten. Einen Antrag auf Haftbefehl aber habe das Amtsgericht Aachen abgelehnt.

Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein, doch das Landgericht bestätigte die Auffassung der ersten Instanz. Wieder legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein. Erst das Oberlandesgericht Köln erließ schließlich den Haftbefehl gegen den Hauptbeschuldigten 25-Jährigen mit der Begründung, es bestehe Fluchtgefahr, da er sich ohne Probleme in sein Heimatland Kroatien absetzen könnte. Verhandelt wird der Fall wohl bald vor der großen Jugendkammer.