Aachen: Asylsuchende: Entspannung in Aachens Notquartieren

Aachen: Asylsuchende: Entspannung in Aachens Notquartieren

Zumindest aus Sicht der Gebäudemanager von Stadt und Land gestaltet sich die Gesamtbilanz — gemessen an der Situation vor Jahresfrist — derzeit geradezu entspannt: Die Zahl der Flüchtlinge ist im Grenzland in den vergangenen Wochen weiter zurückgegangen, neue potenzielle Unterkünfte für Migranten kommen langsam, aber sicher hinzu.

2402 Asylsuchende waren am Stichtag 1. August laut Stadt offiziell in Aachen registriert, im Juli waren es noch 2494, im Juni 2541 Personen. „Da wir die Quote mehr als erfüllt haben, sind seit März keine Zuweisungen mehr erfolgt“, berichtet Evelin Wölk vom städtischen Pressebüro. „Momentan gehen wir davon aus, dass sich daran zumindest bis Oktober oder November nichts ändern wird.“ Dennoch würden durch Neubauprojekte oder aus städtischen Beständen rund 30 Wohnungen pro Monat als Flüchtlingsquartiere akquiriert.

Inzwischen sind von 53 sogenannten Spaceboxen in der Burtscheider Löwenstein-Kaserne 30 bezogen, im Ganzen leben dort 34 Menschen, vornehmlich aus Syrien und Nigeria. Ob die Kapazitäten in der Kaserne wie geplant um weitere 164 Containerwohnungen aufgestockt werden, bleibt indes offen: Die Verhandlungen mit dem Lieferanten aus Fulda dauern laut Stadt an.

Auf dem ehemaligen Sportplatz an der Adenauerallee stehen derweil 104 provisorische Unterkünfte leer. Das soll zumindest so lange der Fall bleiben, bis die Quartiere am Bundeswehr-Standort ausgelastet sind, erklärte Wölk. Unterdessen konnten die letzten Notbetten in der Schule am Walheimer Kirchberg im Juli wieder abgebaut werden, weil im ehemaligen Telekom-Komplex an der Roermonder Straße jetzt genügend Platz für bis zu 190 Menschen geschaffen worden ist.

Dass die Stadt in absehbarer Zeit sogar wieder auf Turnhallen zurückgreifen muss, um Flüchtlingen kurzfristig ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, gilt im Augenblick folglich als eher unwahrscheinlich. Zumal als „eiserne Reserve“ das Neue Kurhaus mit bis zu 300 Plätzen zur Verfügung steht, bevor der große Umbau dort im Mai 2017 starten soll. Notfalls könnten aber auch mehrere Sportstätten wieder als Notschlafstellen hergerichtet werden, betont Wölk.

Vergleichsweise überschaubar stellt sich die Lage momentan auch mit Blick auf die Landesunterkunft am Westbahnhof dar, wie ein Sprecher der Bezirksregierung Köln bestätigte. Dort sind aktuell 153 Menschen einquartiert, im Juni lebten noch 175 Personen in der kleinen Zeltstadt. Völlig offen bleibt freilich, wie sich die Zahlen in naher Zukunft entwickeln. Bis Anfang 2017 sollen daher auch auf dem Bahnhofsgelände insgesamt 1000 Schlafstätten vorgehalten werden, hieß es in Köln.

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