Aachen: „Artco-Galerie“ präsentiert Kunst aus verschiedenen Positionen

Aachen: „Artco-Galerie“ präsentiert Kunst aus verschiedenen Positionen

In der „Artco-Galerie“ in kann man bei der neuesten Ausstellung Werke aus ganz verschiedenen Positionen von Künstler aus mehreren Generationen sehen, die mit unterschiedlichsten Materialien arbeiten, um einen jeweils anderen Ausdruck darzustellen.

Die Aachener Künstlerin Brele Scholz war bei der Ausstellungseröffnung anwesend und konnte Interessantes über ihre Holzskulptur „Somnia“ (Traum) berichten. Sie lässt sich grundsätzlich durch das Material inspirieren. In diesem Fall ist das ein Stück eines 500 Jahre alten Olivenbaums, der — wie meistens bei alten Olivenbäumen — innen hohl ist. Sie arbeitet mit der Form und erfährt dann, dass das Holz „menschlich“ wird. Die Skulptur hat tranceähnliche Züge eines Menschen. Sie selbst sagt dazu: „Die Wesensverwandtschaft von Menschen mit Bäumen nutze ich für meine Figuren. Ich schaue nicht direkt auf unser heutiges Leben, sondern versuche das Wilde in uns frei zu legen.“

„Made in Germany“: In der Artco-Galerie zeigt auch die Aachener Bildhauerin Brele Scholz ihre Skulpturen. Foto: Andreas Schmitter

Im Gegensatz zu Malern, so erzählt Brele Scholz, muss sie ständig um die Figur herum laufen, um zu erfassen, ob ihre Arbeit so ist, wie sie es sich vorstellt. Dabei geht es nicht um eine von vornherein festgelegte Vorstellung, sondern um den Prozess des Arbeitens. Sie sitzt unter anderem auf einer Schaukel, um verschiedene Perspektiven ihrer Arbeit zu erfassen. Sie arbeitet mit Säge und Schnitzwerkzeugen, bis sie das Gefühl hat, dass die Figur fertig ist.

In Dresden arbeitete Scholz öffentlich vor einem großen Hotel. Dort stellte sie eine Figur her, und die Menschen können sie bei der Arbeit beobachten.

Die Leiter der Galerie, Joachim und Jutta Melchers, erläutern dazu, dass es drei Gruppen in der Ausstellung gibt: Neben den Bildern, Reliefs und Skulpturen von Malerinnen der jüngeren Generation gibt es Werke von Repräsentanten der gesellschaftskritischen politischen Kunst der 1970er bis 1990er Jahre.

Nicht nur die erste Zeitung nach Ende des 2. Weltkriegs gab es in Aachen, sondern auch die ersten Arbeiten von Künstlern. Das ist von den Malern her die Generation der Väter oder Großväter. Alle haben nach 1945 gearbeitet und sind bis Anfang der 1950er Jahre durch ihre Kontakte nach Paris zur expressionistischen abstrakten Malerei gekommen. Sie haben französische Künstler nach Aachen geholt und haben durch ihre Ausstellungen in Frankreich Aachen auch dort zu einem Begriff in der Kunstszene geformt. Aachen war also sehr früh in Europa nach dem 2. Weltkrieg wieder in „Kunst unterwegs“.

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