Aachen: Aquis Plaza: Hoffnung auf Impuls für gesamten Einzelhandel

Aachen : Aquis Plaza: Hoffnung auf Impuls für gesamten Einzelhandel

Der Sturm scheint vorüber, ruhigeres Fahrwasser erreicht zu sein, der sichere Hafen in Sicht: Das Aquis Plaza — in der Vergangenheit beliebter Zankapfel, derzeit noch eine Großbaustelle und in naher Zukunft Aachens größtes Shoppingcenter — wird in diesem Jahr seine Tore öffnen.

Definitiv. „Es wird ein Mittwoch um acht Uhr im Herbst sein. Den genauen Termin werden wir im Mai bekanntgeben“, verriet Kathrin Landsmann, ihres Zeichens Center-Managerin des gigantischen Objekts in der Adalbertstraße, bei dem Vortrag „Aquis Plaza — Quo vadis. Einkaufsstandort Aachen?“. Der Marketing Club Aachen hatte hierzu in die Tema Pyramid geladen.

Berichtete aktuell über die Baustelle Aquis Plaza: Kathrin Landsmann, die Center-Managerin des gigantischen Objektes am Kaiserplatz. Foto: Andreas Steindl

Der erste Eindruck: Das 290-Millionen-Euro-Projekt der Hamburger ECE-Gruppe und der Kölner Strabag Real Estate, welches eine 29.000 Quadratmeter große Shoppingmall mit rund 130 Geschäften auf drei Ebenen, einem großen Food-Court mit 12 verschiedenen Konzepten und 33 Wohnungen Realität werden lässt, hat eine sichere Kapitänin gefunden.

Die 36-jährige Landsmann studierte kosmopolitische Betriebswirtschaftslehre, arbeitet seit 14 Jahren in verschiedenen Positionen bei der ECE, ist ziemlich tough und hat den Überblick. Zuletzt verantwortete sie als Center-Managerin die Schlosshöfe in Oldenburg. Auf ihre Aufgabe in Aachen freut sie sich sehr, denn im Aquis Plaza sieht sie großes Potenzial.

Nicht nur, dass Aachen sich im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Deutschland über ein Bevölkerungswachstum freuen kann, sondern auch die Tatsache, dass viele Aachener gerne in ihrer Stadt einkaufen gehen, hebt sie positiv hervor. „Das macht den Standort Aachen für uns sehr interessant, zumal ein großes Einzugsgebiet hinzukommt. Bereits seit zwölf Jahren haben wir die Kaiserstadt im Blick“, verriet Landsmann.

Die Befürchtung, dass mit der Eröffnung des Aquis Plaza in der Aachener Einkaufswelt ein Kampf zwischen David und Goliath entflammen könnte, daran glaubt Landsmann nicht: „Ich gehe eher davon aus, dass der Einzelhandel zusätzlich belebt wird, auch weil der Bereich von Kaiserplatz bis Kugelbrunnen deutlich an Attraktivität gewinnen wird.“ Dies soll insbesondere durch eine groß angelegte Außengastronomie, welche die beiden Haupteingänge am Kaiserplatz und am Kugelbrunnen säumt, gefördert werden. Rund 700 Arbeitsplätze sollen im Aquis Plaza entstehen.

In der Tat: Landsmann hat einen „heißen“ Herbst vor sich. In ihrem einstündigen Vortrag machte sie deutlich: Es wurde nichts dem Zufall überlassen. Ausgetüftelte Marketingstrategien sind das A und O . Zum Beispiel bei der Anordnung der einzelnen Geschäfte. „Es macht zum Beispiel keinen Sinn ein teures Modegeschäft direkt im Eingangsbereich zu platzieren. Und Pralinen sollten auf keinen Fall neben einer Parfümerie verkauft werden. Beim Einkaufen ist ganz viel Psychologie im Spiel.“

Und auch die einzelnen Etagen sind bestimmten Geschäften und Branchen zugeteilt. An den Eingängen soll ruhige Musik erst einmal für Entschleunigung sorgen. Alles mit System! Damit niemand den Orientierungssinn verliert, gibt es im Erdgeschoss eine Kundeninformation und an allen Eingängen ein 3D-Wegeleitsystem sowie taktile Flächen.

In modernem Glanz wird das Shoppingcenter erstrahlen, traditionelle Aspekte werden geschickt eingeflochten. Als Inspirationsquelle dient das Element Wasser, Sinnbild für die alte Bäderstadt Aachen. Das fängt schon beim Namen des Shoppingcenters, der sich von „Aquis Granum“ ableitet, an, und setzt sich bei der Architektur fort. Fließende und organisch wirkende Bauelemente wie abgerundete Glasscheiben an der Außenfront — jedes Element wird in Sonderanfertigung hergestellt — dominieren das Design.

Überhaupt wird sehr viel Glas verwendet, was für lichtdurchflutete Räume sorgt. Prunkvoller Mittelpunkt: Der sogenannte Lichthof, der sich perfekt in die hochwertige Innenarchitektur integriert. Alle Ebenen sind über Aufzüge barrierefrei zugänglich. An eine Sache werden sich die Aachener erst wieder gewöhnen müssen: Zu den beiden Parkdecks, auf denen insgesamt 600 Parkplätze bereitstehen, führt eine Spindelauffahrt wie einst beim Kaufhof nach oben.

Waren in den Händen halten

Der Konkurrenz aus der digitalen Welt — dem Online-Shopping — sieht sich Landsmann gewappnet. „Viele haben nach wie vor ein Bedürfnis, Menschen zu treffen, oder Dinge vor dem Kauf in den Händen zu halten. Das funktioniert im Internet nicht. Wir müssen jedoch Anreize schaffen, damit die Menschen uns besuchen“, so die Center-Managerin zuversichtlich.

Daher sind nicht nur umfassende Aktivitäten in verschiedenen sozialen Netzwerken wie Facebook und YouTube geplant, sondern auch eine CenterApp sowie kostenloses WLAN. Zudem soll es ausgewählte Events im Aquis Plaza geben — von der Modenschau bis zu Themen-Ausstellungen.

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