Aachen: Anwohner sind wegen einer Zeder auf der Palme

Aachen: Anwohner sind wegen einer Zeder auf der Palme

An einem alten Zedernbaum im Bereich des Salvatorbergs scheiden sich die Geister - es hat sich eine Grundsatzdiskussion über die Baumschutzsatzung entzündet.

Der Besitzer des Grundstücks, auf dem die Zeder steht, handelt dabei juristisch einwandfrei und hat eine Fällgenehmigung erhalten. Er sieht durch den Baum sein Wohnhaus gefährdet.

Nach Meinung der Nachbarn ist der Baum gesund und hat historische Bedeutung. Daher haben sie eine Bürgerinitiative zur Rettung der Zeder gegründet. „Juristisch ist das Fällen der Zeder korrekt, ethisch für uns nicht akzeptabel”, erklärt Regina Sommer, Aachener Erzählerin, Bewohnerin der Straße und Mitglied der Bürgerinitiative. Die 22 Mitglieder riefen jetzt UWG-Ratsherrn Horst Schnitzler zu Hilfe, der ebenfalls die Notwendigkeit einer Fällung anzweifelt und Oberbürgermeister Marcel Philipp um Aufschiebung der Fällgenehmigung gebeten hat. Die Zeit drängt - ab 1. Oktober darf die Zeder ansonsten gefällt werden.

Dabei ist die Einschätzung der zuständigen Abteilung beim Stadtbetrieb recht eindeutig. Vor einigen Jahren habe die Vorbesitzerin des Hauses die Befestigungsmauer um den durchaus imposanten Baum bereits komplett erneuern lassen, da diese marode gewesen sei. Inzwischen sei auch die neue Mauer nicht mehr sicher, was eine Folge der enormen, üblichen, Ausdehnung der flachen Wurzeln sei. Die Prüfung sei - das betont Harald Beckers vom städtischen Pressebüro - sehr sorgfältig erfolgt.

Was die Initiative ihrerseits in Zweifel zieht - daher auch die Bitte an den Oberbürgermeister. Zur Gruppe gehören auch Baumschützer, die bei den Fällungen der Bäume am Templergraben engagiert haben. Sie stellen die Baumschutzsatzung grundsätzlich in Frage.