Aachen: Anwohner ärgern sich über heruntergekommenen Bungalow

Aachen: Anwohner ärgern sich über heruntergekommenen Bungalow

Von einem Hausmeister erwartet man eigentlich, dass er ein Gebäude in Schuss hält. Doch ausgerechnet der Zustand des Hausmeisterbungalows an der Grundschule im Preuswald widerlegt diese Stellenanforderung auf augenfällige und für viele Nachbarn abstoßende Art und Weise.

Denn das - städtische - Gebäude ist verlassen und im Innern verdreckt, der Garten verwildert und stellenweise vermüllt. Sogar eine große Gasflasche steht im Hauseingang und lockte bereits - wie Anwohner berichten - Jugendliche an, die den Zaun überkletterten, um sich an dem Behälter zu schaffen zu machen. „Der Zustand ist ein außerordentliches Ärgernis und birgt außerdem ein Gefahrenpotenzial für Anwohner, Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der OGS”, beklagt Michael Scherm, der in direkter Nachbarschaft der Grundschule wohnt und als Sonderpädagoge im nahe gelegenen Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe „Maria im Tann” arbeitet.

Und: Der „Zustand” ist schon längst ein Dauerzustand. Seit mehr als einem halben Jahr sei der Bungalow verlassen - und nichts geschehe, berichtet Scherm, der auch Mitglied der Stadtteilkonferenz im Preuswald ist. Dort habe man im Februar dieses Jahres die teils hochrangigen Vertreter diverser städtischer Fachbereiche - unter anderem auch des Ordnungsamts - auf den Missstand hingewiesen. Und seitens der Stadt sei versichert worden, dass man um-gehend aktiv werde, sagt Scherm.

Ergebnis: Ende April war wieder Stadtteilkonferenz und der Zustand des Hausmeisterbungalows nach wie vor der Gleiche - woraufhin die städtischen Vertreter in der Konferenz „betroffen und verwirrt” reagiert hätten, wie der Anwohner berichtet. War die Beschwerde der Bewohner des Preuswalds schlicht vergessen worden?

Eine Anfrage der AZ bei der Stadtverwaltung brachte am Montag etwas Licht in die Sache. Denn laut Björn Gürtler vom städtischen Presseamt ist die Stadt bislang in Sachen Hausmeisterhaus mitnichten untätig gewesen - auch wenn man von den Tätigkeiten vor Ort keine Spur zu entdecken vermag. Letzteres liegt daran, dass der Fall bisher weniger städtische Reinigungskräfte als vielmehr Rechtsexperten beschäftigt. Denn man befinde sich im Rechtsstreit mit eben dem Hausmeister, der vor geraumer Zeit schlicht verschwunden sei. „Wir bereiten eine Räumungsklage vor, aber bis die entschieden ist, kann es leider dauern”, sagt Gürtler. „Deshalb prüfen wir zurzeit auch andere rechtliche Maßnahmen.” Klar sei aber : Ohne grünes Licht vom Rechtsamt könne man das Grundstück nicht einfach betreten - „auch wenn das äußerst ärgerlich ist und wir uns das ganz anders wünschen würden”.

Gefahr im Verzug sieht die Stadt auf dem Grundstück neben der Grundschule im Übrigen nicht, auch nicht in besagter großer Gasflasche, in der die Anwohner ein Gefahrenpotenzial ausmachen. „Von dieser Flasche geht zurzeit keine Gefahr aus, weil sie auf einem umzäunten Gelände steht”, sagt Gürtler. Und wenn Jugendliche dort über den Zaun kletterten, sei dies schlicht Hausfriedensbruch und damit illegal.

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